ARD und ZDF schränken Online-Portale massiv ein

2. Juni 2009, 13:42
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Zum Teil um Minus 80 Prozent - Gemäß neuem deutschen Rundfunkstaatsvertrag

Mainz/Stuttgart - ZDF und ARD schränken wegen der neuen rechtlichen Vorgaben ihre Internetangebote deutlich ein. Das ZDF reduziert wie bereits angekündigt seine Online-Seiten um bis zu 80 Prozent und will künftig stärker auf Videos statt auf Texte setzen, wie der Sender am Dienstag in Mainz berichtete. Auch die ARD-Anstalten müssen ihre Internetseiten verschlanken. Künftig seien weniger Inhalte der ARD im Netz zu finden, sagte der ARD-Vorsitzende und SWR-Intendant Peter Boudgoust in Stuttgart. Konkrete Zahlen nannte er nicht.

Wettbewerb soll gestärkt werden

Anfang Juni ist in Deutschland der neue Rundfunkstaatsvertrag in Kraft getreten. Demnach müssen die Internet-Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender "den demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnissen der Gesellschaft" entsprechen und zum "publizistischen Wettbewerb" beitragen. Abruf-Inhalte dürfen nur noch eine bestimmte Zeit ins Netz gestellt werden, in der Regel sieben Tage.

Beim ZDF werden vor allem die Seiten von zdf.de, sport.zdf.de und heute.de zusammengestrichen. Reduziert werden muss auch die Mediathek, in der Sendungen zum Herunterladen bereitstehen. ZDF-Intendant Markus Schächter kritisierte es aber als schwer verständlich, warum beispielsweise teure Rechte für Sportübertragungen nur 24 Stunden lang im Internet genutzt werden dürften.

Engere Grenzen für ORF On gefordert

In Österreich fordern Zeitungsverlger schon seit längerer Zeit eine Novellierung des ORF-Gesetzes. So will der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) den Online-Auftrag des ORF "eng begrenzen" - zum Beispiel keine Foren, Chats oder Fotodownloads ohne Sendungsbezug, keine Spielangebote, Partner-, Kontakt-, Stellen- und Tauschbörsen. In nächster Zeit wird der Bericht der EU-Kommission zum ORF erwartet. Darin sollen der Kernauftrag und die Grenzen des öffentlich-rechtlichen Sender definiert werden. (APA/dpa/red)

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