VP, SP stürzen ab, Martin vor FPÖ

22. Mai 2009, 17:53
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ÖVP 27, SPÖ 25, Martin 17, FPÖ 14, Grüne 10, BZÖ 3 - Martin mischt den Bewerb im EU-Wahlkampf auf

Hans-Peter Martin mag zwar nicht der am besten für das EU-Parlament geeignete Kandidat sein - aber er ist der, dem die meisten Befragten in einer Standard-Umfrage zutrauen, viel für österreichische Interessen zu tun.

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Wien/Linz - Die beiden Regierungsparteien liegen bei den Wahlumfragen für die EU-Wahl etwa gleichauf - aber der EU-Rebell Hans-Peter Martin könnte ihnen am ersten Sonntag im Juni die Show stehlen: Er gilt als jener Kandidat, der am ehesten österreichische Interessen in der EU durchsetzen kann.

Das ergibt eine Umfrage des Linzer Market-Instituts, die Mitte dieser Woche bei 400 repräsentativ ausgewählten Österreichern durchgeführt wurde.

Die Market-Umfrage ergibt, dass die ÖVP - auf sehr niedrigem Niveau - knapp vor der SPÖ liegt. Die ÖVP könnte demnach 27, die SPÖ nur 25 Prozent erreichen.

Die Unwägbarkeit dabei ist die Wahlbeteiligung: Erklärte SPÖ-Wähler sind derzeit nicht so stark entschlossen, auch tatsächlich ihre Stimme abzugeben, wie erklärte Anhänger der ÖVP, sagt Market-Studienleiter David Pfarrhofer.

Dies deckt sich mit Beobachtungen anderer Wahlforscher. Wolfgang Bachmayer vom Wiener OGM verweist darauf, dass ÖVP-Wähler motivierter sind als andere - und dass bei dieser Wahl die proeuropäischen Wähler mehr Gewicht haben könnten als die EU-Gegner.

Pfarrhofer von Market belegt das mit einem Hinweis auf die Bedeutung der Wahl: "36 Prozent meinen, dass diese Wahl wichtiger wird als frühere, weitere 53Prozent halten sie für mindestens gleich wichtig. Und 47 Prozent sagen in unserer Umfrage, dass sie ganz sicher wählen gehen werden.

Als Partei mit dem besten Spitzenkandidaten gilt die ÖVP (22 Prozent) vor der SPÖ (21) und Hans-Peter Martin (14). Fragt man aber, wer Österreichs Interessen am besten durchsetzen kann, meinen 21 Prozent, dass der von der Krone unterstützte Martin das am besten könne. "Hier verkennen die Österreicher die Fraktionsverhältnisse im Parlament" , merkt Pfarrhofer an - dies führe auch zu den hohen Umfragewerten Martins, der bei Market vor der FPÖ liegt.

Keine Zeit für Proteste

Die EU-Wahl 2009 werde eher nicht eine der Proteste, meinen Pfarrhofer und Bachmayer unisono. OGM kann das auch durch eine eigene Umfrage belegen: Demnach halten derzeit 46Prozent Streikdrohungen und Demos für nicht gerechtfertigt, 45Prozent sehen solche Maßnahmen positiv. Wer? Protestpotenzial gibt es mehrheitlich bei Grünen, SPÖ und FPÖ. (Conrad Seidl/DER STANDARD-Printausgabe, 23./24.5. 2009)

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