Kroatiens BIP bricht im Quartal ein

22. Mai 2009, 11:25
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Rückgang soll heuer aber höchstens 3,5 Prozent betragen - Finanzsystem stabil

Wien - Nach Angaben der Weltbank ist in Kroatien das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 1. Quartal 2009 um 5,8 Prozent im Jahresvergleich gefallen. Für das Gesamtjahr 2009 erwartet die Weltbank allerdings einen nicht so dramatischen Einbruch: Abhängig von der Tourismussaison soll der BIP-Rückgang im Adriastaat zwischen 2,7 und 3,5 Prozent betragen, berichtete die kroatische Nachrichtenagentur Hina am Donnerstag.

In der derzeitigen Wirtschaftskrise halte sich Kroatien auch aufgrund eines stabilen und ausreichend kapitalisierten Finanzsektors sowie einer funktionierenden Bankenaufsicht relativ gut, erklärte der Leiter des Weltbank Büros in Zagreb, Andras Horvai, in Zagreb. Dennoch sei die Wirtschaftskrise eine Chance zu Strukturreformen, um den Wirtschaftseinbruch zu mildern, mahnte er zu Reformen.

Liquidität nicht ausreichend

Der kroatische Gouverneur der Notenbank, Zeljko Rohatinski, erklärte zuletzt, dass die größten Schwierigkeiten der kroatischen Realwirtschaft erst bevorstünden. Heuer rechnet die Notenbank mit einem Rückgang der Konjunktur um rund 4 Prozent. Er betonte, dass die Liquidität auf dem kroatischen Markt nicht ausreichend war, um die Finanzierung des Staates zu gewährleisten. Deshalb musste die Geldpolitik eingreifen. Die Notenbank hatte in der Vergangenheit die verpflichtende Kapitalquoten gesenkt, im Gegenzug erhielt der Staat Kredite von den Geschäftsbanken.

Die Ratingagentur Fitch hat am gestrigen Donnerstag ihre Prognose für die langfristige Schuldentilgung Kroatiens von "stabil" auf "negativ" geändert. Die Konjunkturaussichten hätten sich stark verschlechtert und Kroatien dürfte um die Hilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) ansuchen, so die Einschätzung der Ratingagentur. Bisher schloss die Notenbank und die kroatische Regierung eine finanzielle Hilfe vonseiten des IWF aus.

Davor hatte die Wirtschaftsauskunftei Dun & Bradstreet (D&B) das Kreditrating Kroatiens von "DB3c" auf "DB3d" herabgestuft. Ihrer Einschätzung nach werden die Anti-Krisen-Maßnahmen der Regierung nicht greifen. Für heuer rechnet D&B in Kroatien mit einem BIP-Rückgang von 3,7 Prozent, 2010 mit einer geringen Erholung des BIP in der Höhe von 0,8 Prozent. (APA)

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