Zustimmung zur Komplementärmedizin

18. Mai 2009, 10:23
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Die Schweizer stimmten über die Verankerung der Komplementärmedizin in der Verfassung ab

Bern - Die Verankerung der Komplementärmedizin in der Verfassung stand bei der Abstimmung in der Schweiz am gestrigen Sonntag zur Diskussion. Nun hat die alternative Medizin ihren Platz in der Bundesverfassung: Die neue Verfassungsbestimmung "Zukunft mit Komplementärmedizin" wurde von sämtlichen Ständen und mit 67,0 Prozent Ja vom Volk angenommen.

Die offene neue Verfassungsnorm will die Komplementärmedizin besser ins Gesundheitssystem integrieren und das Zusammenwirken mit der Schulmedizin verbessern. Wie das Ergebnis der Abstimmung nun konkret umgesetzt wird und wie viel Budget dafür vorgesehen ist, muss weitgehend das Parlament entscheiden.

Beweise für Wirksamkeit

Wie das Ö1-Morgenjournal berichtete, müssen die fünf alternativen Heilmethoden den gesetzlichen Kriterien entsprechen, um von den Krankenkassen bezahlt zu werden. Die Befürworter der alternativen Medizin müssten zuerst deren Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit beweisen, so Gesundheitsminister Pascal Couchepin. Während die Gegner der Vorlage nicht zuletzt eine weitere Steigerung der Gesundheitskosten befürchten, betonen die Befürworter das Gegenteil: Die alternativen Behandlungsmethoden würden weniger kosten als die Schulmedizin.

Parlament entscheidet

Wie genau der Volkswille umgesetzt wird, liegt nun am Parlament. Dort wird darüber debattiert, welche Methoden von der Grundversicherung übernommen werden sollen. Befürworter werden Bestrebungen anstellen die 2005 aus der Grundversicherung gestrichenen Methoden Homöopathie, anthroposophische und chinesische Medizin sowie Neural- und Phytotherapie wieder aufzunehmen. Man geht davon aus, dass frühestens 2011 erste alternative Heilmethoden von den Schweizer Krankenkassen übernommen werden. (red/APA)

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