Linux am USB-Stick für Österreichs Schüler

13. Mai 2009, 13:30
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Portables Betriebssystem mit Open-Source-Software könnte zur Alternative für Windows/Office-Paket werden

Der Einsatz des Betriebssystems Linux und von Open-Source-Software an österreichischen Schulen könnte dem Staat viel Geld sparen, das bislang vor allem für Lizenzgebühren zum Gebrauch von Microsoft-Programme aufgewendet wird.

Eine Alternative zum Windows/Microsoft Office-Paket hat, laut einem Bericht von ORF.at, ein Lehrerteam aus Niederösterreich entwickelt.

USB-Stick

Schon seit zwei Jahren arbeitet man demnach am Kremser Bundesgymnasium Rechte Kremszeile an der Linux-Distribution LinuxAdvanced. Das Betriebssystem in der Version 9.0 basiert auf der Debian-Linux und wird bereits auf allen PCs der Schule eingesetzt.

Der Clou: LinuxAdvanced wird auf einen USB-Stick geladen und kann im Prinzip so von jedem Computer aus gestartet werden. Jeder Schüler erhält einen bereits bespielten Stick mit idealerweise 4 GB oder mehr, auf dem er seine persönlichen Dateien für den Unterricht speichern kann.

In der Schule und zuhause

Der Stick ermöglicht es so sowohl in der Schule als auch zuhause auf dem privaten PC die selbe Arbeitsumgebung einzusetzen. Die Distribution des Kremser Bundesgymnasiums umfasst neben Linux auf die kostenlose Bürosoftware Open Office, das Zehnfinger-Schreiblernprogramm Ktouch, den Browser Iceweasel - die Debian-Variante von Mozilla Firefox - und den Audioeditor Audacity sowie das Bildbearbeitungsprogramm GIMP und den Open-Source-Musikplayer Songbird.

Voraussetzung für den Einsatz des USB-Linux ist ein PC, der es erlaubt von einem USB-Medium zu booten. Diese Einstellungen müssen gegebenenfalls im BIOS vorgenommen werden.

Kostenlos

LinuxAdvanced kann kostenlos heruntergeladen werden, das Betriebssystem nimmt rund 1,4 GB in Anspruch. Laut den Entwicklern kann mit der USB-Stick-Variante ganz normal gearbeitet werden, lediglich der Start dauert etwa 5 Sekunden länger.

Interessant ist die Open-Source-Lösung insbesondere auch, weil die Generallizenzen für Microsoft Office, die vom Bund für die Schulen gekauft werden, ab dem kommenden Schuljahr von den jeweiligen Schulen selbst finanziert werden müssen. 2012 laufen dann auch die Lizenzen für Windows aus - eine einfach zu hanbhabende und umfassende Linux-Open Office-Kombination käme den Budgets dabei entgegen.

Vorreiter

Am BG Rechte Kremszeile werden laut ORF.at schon ab Herbst eigene Netbook-Klassen eingerichtet, die alle mit LinuxAdvanced auf dem USB-Stick ausgestattet werden. Rechtzeitig davor werde die Version 9.1 des Betriebssystems fertiggestellt. (zw)

  • Der Desktop von LinuxAdvanced

    Der Desktop von LinuxAdvanced

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