Der Nepp mit Abofallen im Netz floriert

8. Mai 2009, 11:41
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Wer eine ungerechtfertigte Rechnung erhält, sollte sich von einer juristischen Drohkulisse nicht einschüchtern lassen und nicht bezahlen

Abofallen im Internet sind derzeit so ausgefuchst wie nie. Verbraucher zahlen Millionen an dubiose Firmen. Wer eine ungerechtfertigte Rechnung erhält, sollte widersprechen, sich von einer juristischen Drohkulisse nicht einschüchtern lassen und auf keinen Fall bezahlen, rät das Computermagazin c't in der aktuellen Ausgabe.

"Immer, wenn man einen Namen und weitere persönliche Daten angeben muss, sollte man misstrauisch werden"

Ein Klick kann teuer werden: Hinter seriös aussehenden Seiten mit vermeintlichen Freeware-Downloads stecken mitunter teure Abofallen. Der Unterschied besteht manchmal nur aus einem Bindestrich. Unter www.open-download.de verbirgt sich ein nützliches Softwareportal. Die URL ohne Bindestrich in der Mitte führt hingegen in eine Abofalle. "Immer, wenn man einen Namen und weitere persönliche Daten angeben muss, sollte man misstrauisch werden", rät c't-Redakteur Urs Mansmann.  "Die Kostenhinweise für ein Abo übersieht man sehr schnell." Da zahlt man für den Zugang zu Software, die es anderswo umsonst gibt, pro Jahr mal eben 96 Euro.

Keine Informationen preisgeben

Einer Rechnung sollte man am besten gleich widersprechen, keine weiteren Informationen über sich preisgeben und die Sache auf sich beruhen lassen. Wichtig dabei ist die richtige Begründung, deren Formulierung man in Musterbriefen etwa auf http://www.ak-konsumenten.info oder in der aktuellen c't -Ausgabe.

Strafen

Strafrechtlich ist den Anbietern solcher Seiten offensichtlich nicht beizukommen. Aus bisherigen Gerichtsakten weiß man, dass täglich 15 000 bis 20 000 Euro auf ihre Konten fließen. Der Gesetzgeber hat noch immer nicht reagiert und wartet auf Vorgaben der EU, dabei sind die Hintermänner wohlbekannt.

http://www.skype.at

Im Jänner dieses Jahres warnte die Arbeiterkammer Oberösterreich vor einem gebührenpflichtigen Internettelefon-Anbieter, der mit dem Namen Skype lockte. Zahlreiche Konsumenten, die gratis über das Internet telefonieren wollten, haben eine Rechnung über 96 Euro zugeschickt bekommen. Der Grund dafür: Statt dem kostenlosen http://www.skype.com haben sie http://www.skype.at gewählt. Und dieser Anbieter verlangte Gebühren.

"Auch wenn der Brief vom Inkassobüro kommt, Nerven bewahren und nicht zahlen"

Die Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich betonte: "Auch wenn der Brief vom Inkassobüro kommt, Nerven bewahren und nicht zahlen". Nachdem skype.at in Medien erwähnt wurde, verschwand die Site vom Netz. 

Das Unternehmen hinter skype.at ist Konsumentenschützern bekannt. Es handle sich um die Firma Contents Service Limited aus Mannheim, die auch die Homepageseite http://www.opendownload.de betreibt. (red)

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