Profiteure des Klimawandels

6. Mai 2009, 01:00
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Erwärmung macht grönländische Wolfsspinnen größer

In kaum einer anderen Gegend der Welt hat der Klimawandel so dramatische Auswirkungen wie in Grönland: So setzt dort die Schneeschmelze mittlerweile um bis zu einem Monat früher ein als noch vor einem Jahrzehnt. Und das wiederum hat bislang kaum erforschte Folgen für die Fauna und Flora der größten Insel der Welt.

Eine deutsch-dänische Forschergruppe hat nun die Auswirkungen des Klimawandels auf Wolfsspinnen der Art Pardosa glacialis akribisch untersucht. Die Wissenschafter haben zwischen 1996 und 2005 insgesamt 5000 Tiere mittels Computer vermessen.

Dabei zeigte sich, dass der rund knapp drei Millimeter breite Rückenschild der Spinnen von 1996 bis 2005 um acht bis zehn Prozent an Größe zugenommen hat - und zwar abhängig vom Beginn der Schneeschmelze, wie das Team um Toke Thomas Høye von der Universität Århus im Fachjournal Biology Letters der britischen Royal Society berichtet.

Gewachsen sind in dem Zeitraum sowohl die männlichen wie auch die weiblichen Tiere, die sogenannten Geschlechtsdimorphismus aufweisen, also sich ziemlich eindeutig unterscheiden. Zugleich habe nicht nur die Fruchtbarkeit der Weibchen zugenommen, sondern auch der bei dieser Wolfsspinnenart übliche Kannibalismus, dem die kleineren Tiere zum Opfer fallen. (tasch/STANDARD, Printausgabe, 6.5.2009)

  • In zehn Jahren um zehn Prozent größer: die Wolfsspinne.
    foto: j. lissner

    In zehn Jahren um zehn Prozent größer: die Wolfsspinne.

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