Die Welt ist nicht genug

1. Mai 2009, 18:02
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Man kann nicht vorsichtig genug sein mit der Grippe

Man kann nicht vorsichtig genug sein. In Kenntnis, dass es immer schon Grippe gegeben hat und Viren sich in immer neuer Form bilden, sind wir sehr darauf bedacht, jede Panikmache zu vermeiden. Im Wissen, dass die Influenza grundsätzlich nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist, wollen wir die Dinge freilich auch nicht kleinreden. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum wir bereits zweimal vor der Möglichkeit einer weltweiten Pandemie gewarnt haben.

Gegenüber der gesundheitlichen Bedrohung ist die sprachliche Frage, was denn eine Pandemie anderes wäre als eine weltweit wirkende Epidemie, gewiss zweitrangig. Die besondere Betonung, die diese Pandemie durch unsere Beifügung weltweit erhält, lässt jedoch Absicht vermuten. Möglicherweise stehen uns noch andere pandemische Entwicklungen bevor, eine universale Pandemie - wenn dem Mann im Mond die Nase rinnt und Marsmännchen von Fieber-schüben geschüttelt werden.

Ähnliche Zustände hat die Gemeinde der österreichischen Psychotherapeuten bei der Lektüre des MedStandard am vergangenen Montag erfasst. Wir beschäftigten uns mit der Personzentrierten Psychotherapie. Die Freude über die Würdigung ihres Begründers Carl Rogers wurde etwas dadurch geschmälert, dass wir ihn zu einem Rodgers machten. Wie dieses entstellende "d" als störender Faktor in den Namen kam, ist ungeklärt. Es kann kein Gedanke an Selbstverwirklichung mithilfe der Sterne gewesen sein, auch Gerda Rogers führt kein "d" im Namen.

Und wir führen nichts Böses im Schilde, wenn wir uns mit der Kulturhauptstadt Linz befassen und Zwischenbilanz ziehen. Von Besucherrekorden für die Museen war dabei letzten Samstag die Rede, im Lentos wurde man damit nicht recht glücklich. "Normalerweise kommen pro Quartal zwischen 5000 und 8000 Gäste ins Lentos" , schrieben wir. Die Museumsleitung verweist jedoch auf 76.847 Personen im Jahr 2008, also auf 5000 bis 8000 Gäste pro Monat.

Es ist eben manchmal schwierig, die Dinge richtig auseinanderzuhalten. Einen weiteren Beweis dafür lieferten wir im Automobilteil am Freitag der vorigen Woche. Eine "neue Ära der Raumfahrt" wurde präsentiert. Es handelte sich um keine neuen Pläne Niki Laudas, sondern um die Präsentation eines neuen Renault-Modells. Wir zeigten einen Grand Scenic von links vorne, links hinten und - nein, von innen nicht, das war das falsche Auto. Das Interieur gehört zum Renault Kangoo, der sieht aber auch recht praktisch aus. Die Kollegen haben den Wagen inzwischen richtig ins Bild gesetzt. (Otto Ranftl/DER STANDARD, Printausgabe, 02.05.2009)

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