Uwe Scheuch will Bucher als Parteichef

14. April 2009, 19:32
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Neuer Parteichef wird am Donnerstag bestimmt - Auch Grosz angeblich an Kandidatur interessiert

Wien - Das BZÖ wird voraussichtlich bei einem Bundesparteivorstand am Donnerstag über den fixen Nachfolger des tödlich verunglückten Parteichefs Jörg Haider entscheiden. Als Favoriten für den Job gelten der Kärntner Landesparteiobmann Uwe Scheuch und Klubchef Josef Bucher. Aber auch der steirische Landesobmann Gerald Grosz soll eine Kandidatur anstreben, heißt es in der Partei. Gespräche mit den Kandidaten haben am Dienstag begonnen.

Keine Kampfabstimmung

Am Parteitag in Linz am 26. April wird der neue BZÖ-Chef auf Vorschlag des Bundesparteivorstandes gewählt. Das laut mehreren Mitgliedern für Donnerstagnachmittag anberaumte Zusammentreffen, das man offiziell noch nicht bestätigen wollte, soll das letzte vor dem Bundeskonvent sein. Allgemein hofft man jedenfalls auf eine Lösung, die alle zufriedenstellt, eine Kampfabstimmung will man um jeden Preis verhindern.

Scheuch winkt ab

Scheuch meinte im ORF Kärnten, das gute Wahlergebnis seiner Partei bei der Landtagswahl am 1. März sei für ihn Verpflichtung, im Land weiterzuarbeiten. Daher habe er sich in den vergangenen Tagen dazu entschlossen, nicht für das Amt des Bundesparteiobmannes zur Verfügung zu stehen.

"Mein Wunschkandidat für die Funktion des Bündnisobmannes des Bundes-BZÖ ist Klubobmann Josef Bucher", so Scheuch in einer Aussendung. Dies sei auch mit dem geschäftsführenden
Bündnisobmann Herbert Scheibner gemeinsam so besprochen worden.

Bucher zeigt sich zumindest "grundsätzlich interessiert" was die orange Obmannschaft betrifft - "wenngleich ich bessere Vorschläge hätte". Er verwies auf die laufenden Gespräche und ergänzte: "Wir sind alle daran interessiert. Es gibt niemanden, der ausgeschlossen wird." Den eher pragmatischen Bucher sehen in der Partei allerdings nur wenige Mitglieder an der Spitze des BZÖ. So besitze der derzeitige Klubchef im Nationalrat nur wenig Strahlkraft.

Unterstützung für Grosz

Grosz will seine angeblichen Ambitionen nicht bestätigen, dementiert aber gegenüber der APA auch nicht: "Kein Kommentar." Der enge Vertraute des ehemaligen Bündnisobmannes Peter Westenthaler soll vor allem aus seiner steirischen Heimat wie auch aus anderen Bundesländern Unterstützung erhalten. Mit der angeblichen Kandidatur soll der rührige Grazer Gemeinderat auch seine Belohnung für das gute Ergebnis bei der vergangenen Nationalratswahl einfordern.

Stefan Petzner, der seit dem Tod Haiders nach wie vor designierter Parteichef ist, die Geschäftsführung aber schon bald an Herbert Scheibner abgab, werden wenig Chancen auf die fixe Nachfolge eingeräumt. Er bleibt dabei: "Ich werde dort sein, wo die Partei mich braucht." Der eben erst zum Sprecher des Kärntner Landeshauptmannes Gerhard Dörfler bestellte Petzner liebäugelt aber auch mit einem Job bei der im Fürstentum Monaco ansässigen PR-Firma Wagner Communications. "Es bietet sich auch diese Möglichkeit, darum stehe ich alldem mit einer gewissen Gelassenheit gegenüber. Ich wünsche mir aber im Sinne der Partei kluge Weichenstellungen."

Scheibner soll keine Ambitionen auf den Erhalt seines Postens zeigen, heißt es. Und auch die Kandidatur des ehemaligen FPÖ-Vizechefs Reinhart Gaugg gilt als unwahrscheinlich. Er hatte als Erster nach dem Tod Haiders den Anspruch auf den Chefsessel erhoben, ist allerdings nicht einmal Parteimitglied. Seine Ankündigung zu kandidieren wurde quer durch die Partei mit Häme bedacht.

In den kommenden Tagen soll neben der Kandidatur für den BZÖ-Vorsitz auch über die Spitzenkandidatur für die EU-Wahl entschieden werden. Als Favorit gilt unverändert Ewald Stadler, der mittlerweile auch die Führung des niederösterreichischen BZÖ übernommen hat. (APA)

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