Inflation "mit großer Wahrscheinlichkeit"

12. April 2009, 16:35
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DIW-Präsident erwartet weltweite Inflation - Frage sei, wann und in welchem Ausmaß - Deutsche Regierung trage Mitverantwortung

Berlin - Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet "mit großer Wahrscheinlichkeit" eine weltweite Inflation. Die Frage sei nur, wann und in welchem Ausmaß es zur Inflation komme, sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann im Gespräch mit "Handelsblatt.com". Die Lage sei derzeit "brandgefährlich". Es komme zur Inflation, wenn auf den Märkten zu wenig Güter auf zu viel Nachfrage stießen, die durch viel Geld angeregt werde.

Nach Zimmermanns Ansicht trägt die Bundesregierung die Mitverantwortung für eine mögliche Inflation. Dem Staat sei es trotz aller Interventionen nicht gelungen, die Krise im Finanzsektor zu stoppen, sagte er. "Die neuen Finanzmarktregeln kommen zu spät, und die vergifteten Wertpapiere wurden immer noch nicht durch Bad Banks aus dem normalen Bankgeschäft gezogen", kritisierte er. "Dies ist ein Staatsversagen auf hohem Niveau und nicht nur ein Problem der Notenbanken."

Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) will faule Wertpapiere von Geldinstituten in Bad Banks auslagern. Die betroffenen Banken sollten sich in einen guten und in einen schlechten Teil aufspalten. Hier will der Minister offenbar zudem zwischen toxischen (vergifteten) und momentan illiquiden Papieren unterscheiden. (APA/dpa)

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