Volkspartei wehrt sich gegen Vertuschungsvorwurf

31. März 2009, 19:13
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Finanzdebakel des Stadtmarketings soll geprüft werden

Bregenz - "Wir wollen gar nichts vertuschen", kontert der Klubobmann der Bregenzer Volkspartei, Michael Rauth SP-Vorwürfen, die VP wollte das 700.000-Euro-Minus des Stadtmarketings verheimlichen. "Wir stimmen auch einer Rechnungshof-Prüfung zu, sind mit allen Prüfungsmöglichkeiten einverstanden." Grund für die Mehrausgaben waren die Fußball-EM und die Bond-Dreharbeiten.

Die Sozialdemokraten werfen der VP vor, seit Monaten über das Finanzdebakel Bescheid zu wissen, es aber bis zur Sitzung des Aufsichtsrates im März verschwiegen zu haben. "Eine Unwahrheit sondergleichen" empört sich Rauth. Vom riesigen Defizit habe die VP erst bei Bilanzerstellung erfahren. Auch Sparkassen-Direktor Peter Mennel, Mitglied im Stadtmarketing-Aufsichtsrat dementiert: "Ich war über die Budgetüberschreitung nicht informiert." Dass bereits im Herbst, wie von der SP kolportiert und im Standard berichtet, ein Kredit zur Abgangsdeckung ausverhandelt wurde, treffe nicht zu, sagt Mennel. Entbunden vom Bankgeheimnis präzisiert er: "Verhandelt wurde erst im Jänner und zwar über 200.000 Euro."

Den "Schwarzen Peter" hat Ex-Geschäftsführer Michael Dünser. Er habe den Aufsichtsrat nicht über das drohende Defizit informiert, keine Beschlüsse eingeholt, kritisiert Rauth. Michael Dünser, der mit 31.12.2008 aus der Firma ausschied, räumt ein: "Meine Informationspolitik war nicht optimal." Aber: "2008 war ein außergewöhnliches Jahr für Bregenz." Mit den "Großereignissen" Bond-Dreharbeiten und ZDF Sportstudio, "einer Jahrhundertchance für Bregenz", sei das "kleine Team" des Stadtmarketings an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Das Ausmaß des Defizits habe er selbst nicht geahnt. Dass er Freunde mit Werbeaufträgen betraute, hält Dünser für legitim: "Dadurch hat sich die Stadt eine Stange Geld erspart." (Jutta Berger, DER STANDARD, Printausgabe, 4.1.2009)

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