Villeroy & Boch verliert vorwiegend im Ausland

31. März 2009, 15:33
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Umsatz und betriebliches Ergebnis rückläufig - Arbeitsplatzabbau angekündigt

Mettlach - Der traditionsreiche Keramikhersteller Villeroy & Boch hat in der Krise vorwiegend im Ausland an Umsatz verloren. Das betriebliche Ergebnis sank deutlich, wie das Unternehmen in Mettlach am Dienstag mitteilte. Die Dividende soll deshalb um rund 12 Prozent sinken.

Das 260 Jahre alte Unternehmen konnte im Bilanzjahr 2008 seinen Umsatz trotz der Wirtschaftskrise fast halten. Er sank um 0,9 Prozent auf 840,9 Mio. Euro. Im Inland stieg der Umsatz um 5,1 Prozent. Im Auslandsgeschäft, das 77,9 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, sank er allerdings um 2,9 Prozent. Vor allem in den USA (minus 30 Prozent), Spanien (minus 24 Prozent) und Großbritannien (minus 16,5 Prozent) zeigten sich die Wirkungen der Immobilienkrise, wie das Unternehmen erklärte.

Das operative Ergebnis sank um 37,8 Prozent auf 24,1 Mio. Euro. Das Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen ging um 53,6 Prozent auf knapp über 11 Millionen Euro zurück. Aus der Trennung vom Segment Fließen im Jahr 2007 ergibt sich allerdings rechnerisch ein Anstieg des Konzerngewinns um 54,3 Prozent.

Villeroy & Boch will für das Jahr 2008 die Dividende um 12 Prozent auf 0,37 Euro je Vorzugsaktie und um 13,5 Prozent auf 0,32 Euro je Stammaktie senken. Das Unternehmen hat zudem bereits Mitte März den Abbau von 900 der weltweit 9.250 Stellen angekündigt. Durch Kündigungen und Effizienzsteigerungen sollen jährlich Kosten von etwa 50 Mio. Euro gespart werden. Zunächst würden im laufenden Geschäftsjahr aber Kosten von 60 Mio. Euro die Bilanz belasten, erklärte das Unternehmen.

Für 2009 seien keine präzisen Aussagen zur Geschäftsentwicklung möglich, da Dauer und Ausmaß der Auswirkungen der Wirtschaftskrise gegenwärtig nicht absehbar seien, hieß es. "Das Geschäftsjahr 2009 wird sicher kein einfaches", sagte Vorstandssprecher Frank Göring.(APA)

 

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