Merkel besucht Opel-Stammwerk

31. März 2009, 11:57
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Die deutsche Bundeskanzlerin hat dem angeschlagenen Autobauer Opel die Unterstützung des Bundes zugesichert

Rüsselsheim - Der Bund werde Opel unterstützen, "wo immer das nötig ist", sagte Merkel am Dienstag während eines Besuchs am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim. Die Kanzlerin ließ dabei offen, in welcher Form der Bund Opel unterstützen will.

Merkel betonte jedoch, für Opel müsse ein Investor gefunden werden, der das Tochterunternehmen des kriselnden US-Autobauers in eine neue Zukunft führe. Dieser Investor müsse langfristig orientiert sein. Die Kanzlerin kündigte zudem an, ein Team für die Verhandlungen über die Zukunft von Opel zu bilden. Diesem sollten Vertreter der Bundes- und der Landesregierungen angehören, zudem Wirtschaftsfachleute und Investmentbanker.

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz forderte von Merkel eine staatliche Beteiligung an Opel. Zwar unterstütze der Opel-Betriebsrat auch grundsätzlich den Vorschlag des Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU), Investitionen des Rüsselsheimer Autobauers langfristig durch staatliche Bürgschaften abzusichern. "Ehrlich gesagt wäre uns aber eine direkte staatliche Einlage viel lieber", sagte Franz. "In Opel zu investieren, lohnt sich." Die finanziellen Hilfen sollen jedoch zeitlich beschränkt bleiben.

Starke Marke, solides Unternehmen

Der Europachef des Opel-Mutterunternehmens General Motors (GM), Carl-Peter Forster, sagte, Opel habe Verständnis dafür, "dass es sich die Politik mit ihren Entscheidungen nicht einfach machen kann". Jedoch sei Opel "eine starke Marke und ein solides Unternehmen" mit großer Bedeutung für den Autostandort Deutschland. Deswegen sei es wichtig, dass das Überleben Opels gesichert werde. Eine wichtige Hilfe für Opel sei bereits die Einführung der Abwrackprämie für Altautos gewesen. Der Traditionsautobauer, der auch viele Kleinwagen fertigt, haben von der Prämie "sehr eindeutig davon profitiert".

Opel-Chef Hans Demant sprach sich für staatliche Hilfe seitens der Bundesregierung aus. Opel befinde sich in einer "äußert schwierigen Situation". Das Unternehmen brauche deshalb "staatliche Hilfe zur Selbsthilfe".

Opel braucht eigenen Angaben zufolge staatliche Hilfe in Höhe von 3,3 Mrd. Euro. 2,6 Mrd. Euro sollen vom Bund und den deutschen Bundesländern kommen, der Rest von anderen europäischen Staaten mit Opel-Standorten.

Wirtschaftsminister gedämpft optimistisch

Der deutsche Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat sich gedämpft optimistisch für die Suche nach Investoren für den Autobauer gezeigt. "Es gibt Interessenten - und diese Interessenten werden dann zu Investoren, wenn sie sich tatsächlich dazu bereiterklären", sagte Guttenberg am Dienstag in der ARD. "Interessanterweise stellen sie die gleichen Fragen, die wir die letzten Wochen gestellt haben, und auch die gleichen Forderungen, die wir stellen." So müsse es ein tragfähiges Zukunftskonzept für das Unternehmen, ein Abschottungskonzept im Verhältnis zum Mutterkonzern General Motors und eine Klärung der Frage des Zugriffs auf Patente geben.

Unter den Interessenten seien "auch ernsthafte", sagte der Minister. Auch diese stellten aber entsprechende Forderungen an GM und an die US-Regierung. "Und wir könnten dann entsprechend mitgehen, wenn dieses Paket insgesamt stimmig ist." Positiv bewertete Guttenberg, dass die US-Regierung General Motors 60 weitere Tage zur Nachbesserung ihres Sanierungsplans gegeben hat. Diese Zeit werde auch die Bundesregierung nutzen, um die Suche nach privaten Partnern für das Unternehmen zu unterstützen. "Wir brauchen Investoren, dafür ist noch mal Zeit gewonnen worden", betonte der CSU-Politiker. (APA)

 

 

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