S&P stufte Ungarns Kreditrating ab

31. März 2009, 11:48
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Von "BBB" auf "BBB-" - Politische Instabilität nach Rücktritt von Noch-Premier Ferenc Gyurcsany befürchtet

Budapest - Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) hat Ungarns langfristiges Kreditrating wegen zunehmend schlechterer Wirtschaftsindikatoren von "BBB" auf "BBB-" gesenkt. Damit liegt das Land nun eine Stufe über dem sogenannten "Ramsch-Niveau". Gleichzeitig wurde das kurzfristige Rating Ungarns mit "A3" bestätigt. Den Ausblick bezeichnete S&P als "negativ", berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Montag.

S&P erwartet, dass die ungarische Wirtschaft heuer um 6 Prozent und 2010 um 1 Prozent schrumpfen wird. Damit werde es schwierig, dass angepeilte Budgetdefizitziel von 2,9 Prozent zu erreichen, so die Einschätzung. Der Rücktritt des Noch-Premiers Ferenc Gyurcsany habe außerdem zu einer Erhöhung der politische Unsicherheit im Land geführt. Weiters rechnet die Ratingagentur mit einem Anstieg der Staatsverschuldung von 73 Prozent (2008) auf 83 Prozent (2010).

Von der neuen Regierung erwartet sich S&P, dass sie sich an die Vorgaben des 20-Mrd.-Euro schwere Hilfsprogramm des Internationalen Währungsfonds (IWF), der EU und Weltbank halten wird.

Für ungarische Analysten kam die Herabstufung des Landes angesichts der prognostizierten Vertiefungen der Rezession nicht unerwartet. Ungarn müsse schnell eine effektive Regierung bilden, um das Risiko weiterer Herabstufungen zu vermeiden, so die Analysten.

Neben der Herabstufung Ungarns wurde auch die Hauptstadt Budapest von "BBB/A-3" auf "BBB-/A-3" abgewertet. (APA)

 

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