Gehaltsstrukturen heimischer Unternehmen prüfen

25. März 2009, 13:05
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In Offenem Brief fordert ÖAAB von Sozialpartnern Konzepte gegen Einkommensschere - Unabhängige Einrichtung sollte gegebenenfalls Sanktionen verhängen dürfen

Wien - Der Österreichische Arbeiter und Angestellten Bund ÖAAB plädiert für Maßnahmen gegen die in Österreich hohen Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen. In einem Offenen Brief fordert die VP-Arbeitnehmerorganisation die vier Sozialpartner-Präsidenten auf, "Lösungsvorschläge" zu erarbeiten - und skizziert die eigenen Vorstellungen: Überprüfung der Unternehmen durch eine unabhängige Institution und bei wiederholten Gehaltsdiskriminierungen auch Sanktionen.

"Zumindest stichprobenartig" Gehälter prüfen

Das schlechte Abschneiden Österreichs in den jüngsten Daten der EU-Kommission - nur in Estland ist die Einkommensschere größer - sei nicht allein dadurch erklärbar, dass Frauen häufig in Teilzeitjobs arbeiten, betont der ÖAAB. Deshalb will er die Gehaltsstrukturen sämtlicher heimischer Unternehmen überprüfen. Eine bestehende Institution wie Rechnungshof oder Gleichbehandlungskommission oder eine neue sozialpartnerschaftlich besetzte Einrichtung sollte "zumindest stichprobenartig" überprüfen können, ob in einem Unternehmen Frauen beim Gehalt diskriminiert werden, schlägt der ÖAAB vor.

Frauenministerin für transparente Einstiegsgehälter

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek begrüßte die Initiative des ÖAAB und betonte in einer Aussendung, dass es zwar vielerlei Gründe für die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen gebe, sich jedoch 12 bis 15 Prozent der Gehaltsunterschiede "nur aus dem Umstand, dass eine Frau eine Frau ist" ergäben: "Das müssen wir dringend angehen". Als ersten Schritt schlägt die Frauenministerin transparente Einstiegsgehälter vor, die für junge Frauen eine Orientierungshilfe bei der Berufswahl sein könnten.

Runder Tisch zur Gleichstellung

Weiters machte die Ministerin klar, dass sie für die Gespräche mit den Sozialpartnern "sehr offen" sei: "Endlich reden wir über konkrete Schritte, wie wir zur Gleichbehandlung bei den Gehältern kommen. Das ist im Sinne der Frauen ein erfreulicher Schritt", so Heinisch-Hosek. Die Ministerin habe die Sozialpartner und die Industriellenvereinigung zum Thema "Gleichstellung von Frauen am Arbeitsmarkt" zu einem Runden Tisch eingeladen. Alle würden an einem Strang ziehen und nun gehe es darum, im Sinne der Frauen in unserem auch substantiell etwas weiterzubringen, schloss die Ministerin. (APA/red)

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