Rückgang um sieben Prozent prognostiziert

24. März 2009, 20:04
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Focus: Im Februar minus 3,9 Prozent - ORF Radio- und TV verlieren kräftig - Plus für Online-Werbung von 28,5 Prozent

Die Finanz- und Konjunkturkrise hat den seit zwei Jahren rückläufigen Trend bei den Werbeausgaben verschärft. Laut einer aktuellen Befragung des Focus Instituts wird für 2009 ein Rückgang von rund 7 Prozent erwartet. Neben den klassischen Medien werde vor allem der Bereich Sponsoring am stärksten von den Werbeeinbußen betroffen sein, sagte Klaus Fessel, Management Partner bei Focus, am Dienstag zur APA. Mehr Werbung erwartet er im Internet, bei Direct Mailings und Public Relations.

Kein Totaleinbruch

"Wir haben die Talsohle noch nicht erreicht. Es wird noch zu einer Verschärfung der Situation kommen", sagte Fessel. Von einem Totaleinbruch des heimischen Werbemarktes könne aber nicht geredet werden, betonte der Werbe-Experte. Denn es gebe durchaus auch Bereiche, die derzeit ihre Werbebudgets sogar erhöht haben, wie beispielsweise der Markenartikelbereich oder der Lebensmittelhandel. Deutlich weniger für Werbung werde im Investitionsgüterbereich ausgegeben.

Im Februar 2009 wurde um 3,9 Prozent weniger für Werbung ausgegeben als noch im Vorjahr. Im Jänner betrug das Minus 3,2 Prozent. In Summe flossen im Februar 228,4 Mio. Euro brutto in die Werbung. Verlierer waren vor allem die klassischen Medien, und hier insbesondere der ORF, der im Radio 20,9 und im Fernsehen 20,6 Prozent Einbußen verbuchen musste.

Schweres Minus für Kino

Auch Kino und Zeitungen bekamen die Krise zu spüren. Kinowerbung ging um mehr als 15 Prozent zurück und die Presse verlor knapp 10 Prozent, allen voran die Fachzeitschriften mit minus 15,7 Prozent. Die Privatsender konnten hingegen auch im Februar wieder zulegen, und zwar um 13,2 Prozent. Sie überholten damit auch im Februar den ORF und konnten 22,7 Millionen Euro Brutto-Werbung umsetzen, wohingegen das ORF-Fernsehen 17,8 Mio. Euro einnahm. Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten Focus-Werbebilanz hervor.

Zulegen konnten neben den Privatsendern die Onlinewerbung (Plus 28,5 Prozent), die Gelben Seiten und die Zeitungsbeilagen. Mehr Geld für Werbung investierten die Bereiche Markenartikel (plus 4,5) und Handel und Versand (plus 3,5), wohingegen die Medien um 8,8 Prozent weniger Werbung schalteten, Dienstleistungsunternehmen fuhren ihre Werbeausgaben um 8,1 Prozent und die Investitionsgüterbranche um 7,4 Prozent zurück. (APA)

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