Puff und Pissoir gelten nicht

24. März 2009, 18:40
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Buch von und über "Journalistinnen in Österreich"

Wien - Ein ehemaliger "Presse"-Chefredakteur offenbarte Alexandra Föderl-Schmid "schlechtes Gewissen". Ihre Bestellung zur Redaktionschefin des STANDARD machte ihm klar: "Frauen können ja wirklich Chefredakteur werden." Föderl-Schmid kennt das Phänomen, wenn auch nicht aus ihrem Haus: Der Titel ihrer Diplomarbeit zitierte 1993 den Chef der Oberösterreich-"Krone": "Journalismus ist in der Realität ein Männerberuf."

Diesen "Männerberuf" erledigen heute zu 42 Prozent Frauen. Schlechter bezahlt als Männer und weiterhin weitaus seltener als Führungskräfte. "Erobern Frauen die Medien?", fragt ein Sammelband der Wiener Journalismus-FH über "Journalistinnen in Österreich" (Verlag Lit). Schlaglichter von der Präsentation:

  • Egal, ob Mann oder Frau in höheren Etagen, findet "Woman"-Chefredakteurin Euke Frank. Dort stellt sich die Frage: "Kann man mit Macht umgehen, hält man das vom Charakter aus?"
  • "ZiB"-Chronikchefin Brigitte Handlos findet in Frauennetzwerken "immer jemand, dem man vertrauen kann".
  • Zum "unternehmerischen Problem" entwickeln sich laut Uschi Fellner bei "Österreich" Schwangerschaften - mit derzeit 22 ein Spitzenwert bei hiesigen Zeitungen.
  • Wo machen sich Männer Macht und Infos aus? Im "Puff", befand eine Zuhörerin. Das ließ Anneliese Rohrer (Kurier) als Argument für benachteiligte Frauen ebenso wenig gelten wie das Pissoir. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 25.3.2009)
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