TU Graz eröffnet Wasserbau-Labor am Campus Inffeldgasse

24. März 2009, 14:42
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Neue Halle mit 25 x 100 Metern Grundfläche - Mit altem Labor stehen 3.500 Quadratmeter Versuchsfläche zur Verfügung

Graz - Es ist ein aquatisches Minimundus auf Zeit - das Wasserbaulabor der Technischen Universität Graz. Am Mittwoch wird sein großer Bruder, das neue Labor in der Inffeldgasse, "getauft". Den Grazer Wasserbauern stehen somit 3.500 Quadratmeter (2.500 im neuen Gebäude) für hydraulische Versuchsanordnungen mit maßstabgetreuen Modellen von Kraftwerksanlagen und anderen Wasserbauten zur Verfügung.

Plätschernde Wasserlandschaften: Was für manche die ideale Geräuschkulisse im Erholungsurlaub ist, begleitet Gerald Zenz und sein Team vom Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft täglich bei ihren Forschungsarbeiten. In Versuchen mit Modellen im Labor und ergänzenden Computersimulationen nehmen sie die Praxistauglichkeit von Wasserbauwerken genau unter die Lupe."Wir sind sehr glücklich, mit dem neuen Labor eine Vergrößerung unserer Infrastruktur und damit unserer Versuchskapazitäten zu erfahren", freut sich Zenz.

Das neue Labor in der Inffeldgasse hat eine Grundfläche von 25 x 100 Metern. Mit vier frequenzgesteuerten Pumpen können Versuche bis zu einer Wassermenge von 1000 l/s durchgeführt werden. Die an drei Seiten geschlossene Halle stellt eine Ergänzung des Labors (20 x 60 Meter) in der Stremayrgasse aus den 1960er-Jahren dar. Dort werden nun auch Versuche vom Institut für Hydraulische Strömungsmaschinen durchgeführt, schildert Zenz.

Planung und Prüfung

Die Ergebnisse der Modellversuche in den Labors dienen nicht nur der Planung, sondern auch der Prüfung bestehender wasserbaulicher Anlagen, die so sicherheitstechnisch, ökonomisch und ökologisch optimiert werden können, so Zenz, der seit zwei Jahren dem Institut vorsteht. So wird gerade eine Tagung zum Langzeitverhalten von Talsperren gemeinsam mit chinesischen Universitäten vorbereitet, zu der an die 400 Teilnehmer erwartet werden.

Seit 1964 wurden in Graz mehr als 250 Modellversuche für Flussbau, Geschiebetransport, Hochwasserschutzbauten, Bestimmung hydraulischer Verluste und hydraulische Funktion von Anlageteilen ausgeführt. Die Geschichte des Grazer Wasserbau-Labors reicht noch weiter zurück: Bereits um 1900 führten Wissenschafter - zuerst in einem Kleinstlabor, später auch in einer Freiluftanlage im Innenhof der Alten TU - Experimente durch. 1964 wurde der Neubau unter der Leitung von Hermann Grengg, dem Altmeister des österreichischen Wasserbaus, eröffnet. (APA)

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