CA Immo mit 295 Millionen Jahresverlust

24. März 2009, 13:08
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Die Mieterlöse wurden zwar gesteigert, der Preisverfall bei den Immobilien führte dazu, dass die Firma aber aus vielen Wunden blutet

Wien - Der Konzernverlust 2008 betrug 295 Mio. Euro, und das Eigenkapital schrumpfte um gut 400 Mio. Euro, geht aus den am Dienstag veröffentlichten endgültigen Jahreszahlen hervor.

"Wir hatten 2008 und im ersten Quartal 2009 eine schwierige Zeit, und auch die kommenden Quartale werden schwierig", sagte Vorstandssprecher Bruno Ettenauer bei der Bilanzpressekonferenz. Die Investmentmärkte im Osten seien praktisch zusammengebrochen, dagegen laufe das operative Geschäft aber weiter gut: "Wir haben im ersten Quartal keine Anzeichen auf Mietausfälle und auch kein Anzeichen dafür, dass sich die Bonität unserer Mieter verschlechtert hätte." Die CA Immo rechnet in den kommenden Jahren mit stabilen Mieterlösen.

Abwertung um sieben Prozent

Im Durchschnitt musste das Unternehmen ihre Liegenschaften im vergangenen Jahr um sieben Prozent abwerten, wobei der relativ stärkste Verfall in der 62-Prozent-Osttochter CA Immo Anlagen international (CAI) stattfand (um rund 10 Prozent). Wegen der dramatisch gestiegenen Renditeerwartungen der - real kaum vorhandenen - Investoren ist der Wert in einzelnen Fällen um "10, 15, bis zu 25 Prozent gefallen", meinte Vorstand Wolfhard Fromwald. Bei der nach den Vorschriften notwendigen Bewertung der Immobilien gebe es eine "hohe Unsicherheit", denn es gebe kaum konkrete Geschäftsabschlüsse. Die zu 62 Prozent der CA Immo gehörende Ost-Tochter hat (für sich genommen) 117 Mio. Euro Verlust gemacht.

Die CA Immo Anlagen wird ihre strategischen Entwicklungsprojekte etwa in Frankfurt und München weiterverfolgen und hat sie auch "ausfinanziert", wie das Management versicherte. "Diese Aufgabe stellt sich uns in den nächsten Monaten nicht mehr." Neu würden aber keine Projekte begonnen - zumindest "nicht auf spekulativer Basis, ohne Finanzierung".

Eigenkapitalquote gesunken

Die Immobilienrenditen in Osteuropa seien im vergangenen Jahr den Preis der Ost-Anleihen nach steil oben gefolgt, sagte Ettenauer, die Spreads seien ein guter Indikator. "Im ersten Quartal hat sich diese Entwicklung zumindest nicht weiter verschlechtert". Dennoch wollte er nicht ausschließen, dass die Renditen auch 2009 ansteigen (und dass damit die Immobilienwerte weiter fallen).

Eine Eigenkapitalquote von 40 Prozent sei nach wie vor "eines der Kernziele der Unternehmensführung" - wenngleich auch "kein absolutes Target", versicherte das Management. Nach mehreren Jahrzehnten weit darüber ist es der CA-Immo 2008 unbeabsichtigterweise "gelungen", die Eigenkapitalquote von zuletzt 59 Prozent auf 42 Prozent zu verringern. Nach großen Einkäufen in Deutschland erhöhten sich die Schulden deutlich und gleichzeitig verpasste der Jahresverlust dem Unternehmen einen kräftigen Aderlass (eben 295 Mio. Euro). Das Eigenkapital wurde ferner durch Zinssicherungsgeschäfte (72 Mio. Euro, nicht in Ergebnisrechnung) und durch den Rückkauf von eigenen Aktien (40 Mio. Euro) verringert. In Summe verringerte sich die Eigenmittelbasis so um etwa 410 Mio. auf 1,85 Mrd. Euro.

Die Anfang Februar bekanntgegebenen Zahlen 2008 wurden bestätigt. Operativ ist das Geschäft mit den Mieterlösen 2008 um 42 Prozent auf 175,3 Mio. Euro gestiegen. Der Finanzverlust lag bei 142,8 Mio. Euro (Zinsen, Abwertungen). Das Konzernergebnis betrug minus 294 Mio. Euro nach einem Konzerngewinn von 52,1 Mio. Euro im Jahr davor. Der innere Wert der Aktie (NAV) belief sich am Jahresende 2008 auf 18,9 nach 22 Euro. Der Bilanzwert der Immobilien belief sich Ende 2008 auf knapp 3,8 Mrd. Euro.(APA)

 

  • Hat derzeit nicht viel zu lachen: CA-Immo-Vorstand Bruno Ettenauer
    foto: ca immo

    Hat derzeit nicht viel zu lachen: CA-Immo-Vorstand Bruno Ettenauer

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