Wieder mehr Asylanträge in den Industriestaaten

24. März 2009, 12:42
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Frankreich in Europa 2008 an erster Stelle - Österreich auf Rang 13 - Iraker als größte Antragsteller-Gruppe

Zum zweiten Mal in Folge ist im Vorjahr die Zahl der Asylanträge in den Industriestaaten gestiegen. Im Vorjahr gab es auch EU-weit und in Österreich mehr Anträge als 2007. Das geht aus dem Jahresbericht 2008 des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) hervor, den die Organisation am Dienstag veröffentlichte. Der Anstieg liege zum Teil an dem Antragsplus bei Menschen aus Afghanistan, Somalia und anderen Ländern mit Unruhen oder Konflikten. Iraker stellten dabei im Vorjahr weiterhin die größte Nationalität - trotz eines Rückgangs von zehn Prozent bei ihren Asylanträgen.

In 51 Industriestaaten wurden 2008 rund 383.000 neue Asylanträge gestellt - zwölf Prozent mehr als 2007 (341.000). Das ist der zweite Anstieg der Gesamtjahreszahl in Folge, seit 2006 mit 307.000 Anträgen ein 20-Jahres-Tief zu verzeichnen war. Österreich belegt mit 12.810 Anträgen Rang 13 unter den Industriestaaten. 2007 lag die Zahl im Vergleich dazu bei 11.920 Anträgen. In Österreich lagen - ähnlich dem globalen Trend - Afghanistan, Irak und Somalia unter den Top-Ten-Herkunftsländern, an der Spitze standen aber Antragsteller aus der Russischen Föderation, bei denen es sich oft um Tschetschenen handelt.

Iraker größte Antragsteller-Gruppe

Das wichtigste Herkunftsland von Asylsuchenden weltweit war 2008 der Irak (40.500 Anträge, minus zehn Prozent gegenüber 2007 mit 45.100), gefolgt von Somalia (21.800), der Russischen Föderation (20.500), Afghanistan (18.500) und China (17.400). Manche der Top-Ten-Herkunftsländer blieben in der Jahresstatistik des UNO-Flüchtlingshochkommissariats stabil, während es bei anderen Zuwächse gab, signifikant etwa Afghanistan (plus 85 Prozent), Simbabwe (plus 82 Prozent) und Somalia (plus 77 Prozent). Alle diese Länder wurden 2008 von Unruhen oder Konflikten heimgesucht.

Die meisten Asylanträge verzeichneten 2008 wie im Jahr davor wieder die USA mit geschätzten 49.000. Dahinter kamen Kanada (36.900), Frankreich (35.200), Italien (31.200) und Großbritannien (30.600). (APA)

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