Metro steigt auf Kostenbremse

24. März 2009, 10:06
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Wegen des Wirtschafts­abschwungs und der geringen Zahl an Neueröffnungen rechnet der Handelsriese mit einem sehr schwachen Wachstum

Düsseldorf - Der Düsseldorfer Handelskonzern Metro erwartet im laufenden Geschäftsjahr ein deutlich schwächeres Wachstum als 2008. Wegen des wirtschaftlichen Abschwungs, der geringeren Zahl an Neueröffnungen und negativen Währungseffekten rechne Metro "mit einer Umsatzentwicklung deutlich unterhalb der mittelfristig angestrebten Wachstumsrate von mehr als sechs Prozent", hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten Geschäftsbericht. Die Auswirkungen auf das Ergebnis sollten durch Kostensenkungen und Investitionskürzungen "so weit wie möglich" abgemildert werden.

2008 konnte der Konzern sein Wachstumsziel annähernd erreichen: Metro steigerte den Umsatz um 5,8 Prozent auf 68 Milliarden Euro, ohne Währungseffekte wäre der Erlös um 6,1 Prozent gestiegen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) und Sonderfaktoren wuchs um 7,1 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Metro hatte ein Umsatzplus über sechs Prozent und ein Ebit-Wachstum vor Sonderfaktoren von sechs bis acht Prozent in Aussicht gestellt. Die Aktionäre will Metro mit einer unveränderten Dividende von 1,18 Euro je Stammaktie am Gewinn beteiligen.

Erster Media Markt in China

Der deutsche Handelsriese Metro will mit seinen Elektronikmärkten Media Markt China erobern. Metro wolle zusammen mit dem Eletronik- und Computerteilehersteller Foxconn Technology Group eine Ladenkette aufbauen, teilte Metro am Dienstag in Düsseldorf mit.

Es werde ein Potenzial von Hunderten Märkten gesehen. Eine Absichtserklärung sei unterschrieben. Der erste Media Markt soll 2010 in Shanghai eröffnet werden. Dort soll auch das Gemeinschaftsunternehmen seine Zentrale haben.

Die internationale Expansion spielt für Metro eine große Rolle. Die Düsseldorfer sind mit 2.195 Märkten in 32 Ländern vertreten. Das viertgrößte Handelsunternehmen der Welt hat 2008 erstmals über 60 Prozent seines Umsatzes außerhalb des Heimatmarktes erwirtschaftet. Mit China wird Media Markt im ersten Land außerhalb Europas vertreten sein.

Auch die Großhandelstochter Metro Cash & Carry soll im laufenden Jahr weiter expandieren. So sollen die ersten Märkte in Ägypten und Kasachstan eröffnet werden. Real soll sich in Osteuropa weiter ausbreiten. Metro plant 2009 die Eröffnung von etwa 20 Cash&Carry-Standorten, rund 10 Real-SB-Warenhäusern und rund 50 Media-Markt- und Saturn-Märkten. (APA/Reuters)

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    Metro plant Kostensenkungen und Investitionskürzungen.

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