Oberst wegen Ermordung von PKK-Anhängern festgenommen

23. März 2009, 20:34
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Offizier wurde zur Vernehmung nach Diyarbakir gebracht

Istanbul - Ein Oberst der türkischen Gendarmerie ist am Montag wegen der mutmaßlichen Ermordung von Anhängern der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK festgenommen worden. Der Offizier sei zur Vernehmung nach Diyarbakir im Südosten des Landes gebracht worden, berichtete der türkische Fernsehsender NTV. Der Festgenommene sei dort von 1993 bis 1996 auf dem Höhepunkt des Konfliktes zwischen der türkischen Armee und der PKK eingesetzt gewesen.

Knochenfunde

Bei Grabungen in sogenannten Todesbrunnen im Südosten der Türkei haben Ermittler auf der Suche nach Vermissten in den vergangenen beiden Wochen an mehreren Stellen Knochen gefunden. Dabei soll es sich um Überreste von Menschen handeln, die Berichten zufolge von einem Geheimdienst im Verband der türkischen Gendarmerie getötet wurden. Die Existenz des Geheimdienstes Jitem wurde aber offiziell nie bestätigt.

Türkische Medien bringen ihn auch in Verbindung mit dem ultranationalistischen Geheimbund Ergenekon, gegen den die türkische Polizei in den vergangenen Monaten mit zahlreichen Razzien und Festnahmen vorgegangen ist. Einer der Hauptangeklagten, der türkische General a.D. Veli Kücük, wird in Berichten als Gründer von Jitem genannt. Die Staatsanwaltschaft wirft Ergenekon vor, Pläne für einen gewaltsamen Umsturz der islamisch-konservativen Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan geschmiedet zu haben. (APA/dpa)

 

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