Soko, Netzwerke und Vernaderer

23. März 2009, 18:19
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Zehn Beamte ermitteln seit Mitte Jänner anhand des neuen Anti-Doping-Gesetzes

Wien - Die jüngsten Verhaftungen wegen des Verdachts auf gewerbsmäßige Weitergabe von Dopingmitteln gehen auf das Konto der "Soko Doping", die erst Mitte Jänner im Bundeskriminalamt geschaffen wurde. "Zehn Ermittler gehen allen Hinweisen in Österreich nach. Auch Altfälle werden aufgearbeitet. Nur so können mögliche Netzwerke aufgedeckt werden", sagt Gerald Tatzgern vom Bundeskriminalamt. Die Beamten sind ordentlich beschäftigt, da auch Informationen aus dem Ausland überprüft werden müssen.

Nicht weniger auf Trab halten die Kriminalisten "Vernaderungen". Tatzgern: "Sportliche Konkurrenten und um Geld wetteifernde Verbände können auch ziemlich unfair sein." Daher weist Tatzgern auch besonders auf die Unschuldsvermutung hin.

Grundlage für die "Soko Doping" ist das Anti-Doping-Gesetz, das im August 2008 in Kraft getreten ist. Darin ist die Weitergabe von Dopingmitteln als Strafbestand angeführt. Zuvor konnten Sportler deswegen nicht juristisch belangt werden. Weiterhin nicht außerhalb der Sportgerichtsbarkeit bestraft wird der bloße Konsum. Das strafrechtliche Nebengesetz wurde novelliert, es deckt seit acht Monaten einen Bereich ab, der davor im Arzneimittelgesetz geregelt war.

Der Strafrahmen erstreckt sich von sechs Monaten bis zu fünf Jahren Gefängnis. Die Höchststrafe ist bei gewerblichem Handel mit größeren Mengen von Dopingmitteln über einen längeren Zeitraum vorgesehen. Wer Jugendliche mit Dopingmitteln versorgt, muss unabhängig von der Menge mit bis zu drei Jahren Haft rechnen. (lü, simo - DER STANDARD PRINTAUSGABE 24.3. 2009)

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