Das Emirat Abu Dhabi

23. März 2009, 16:12
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Reichtum durch Erdöl

Hamburg - Abu Dhabi ist der größte und erdölreichste Teilstaat der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), des wichtigsten arabischen Handelspartners Deutschlands. In dem Scheichtum am Persischen Golf sollen sich 90 Prozent der Öl- und Erdgasvorkommen der Vereinigten Emirate befinden. Es ist mit 67.340 Quadratkilometern kleiner als Bayern, der Großteil besteht aus Sandwüste. Die Mehrheit der rund 1,4 Millionen Einwohner lebt in der Stadt Abu Dhabi, die als reichste der Welt gilt. Scheich Chalifa ist Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate und Emir von Abu Dhabi.

Anders als das ebenfalls bei Daimler engagierte Emirat Kuwait hat Abu Dhabi früh begonnen, wirtschaftlich nicht nur auf Öl zu setzen. Seit Jahren werden die Öl-Milliarden nicht nur in die heimische Infrastruktur, sondern auch im Westen in Industrie und Banken investiert. Die überschüssigen Einkünfte verwaltet vor allem die Abu Dhabi Investment Authority (ADIA), der größte Staatsfonds der Welt. Er soll umgerechnet mehr als 640 Mrd. Euro verwalten. Der gläserne ADIA-Wolkenkratzer bestimmt die moderne Skyline der Stadt Abu Dhabi. Eine andere staatliche Investmentgesellschaft ist die International Petroleum Investment Company (IPIC), die auch mit 19,2 Prozent an der OMV beteiligt ist. Die von der IPIC kontrollierte Investmentfirma Aabar ist bei Daimler eingestiegen.

Technologischer Quantensprung

Mit den Öl-Einnahmen soll auch ein technologischer Quantensprung gelingen. So will Abu Dhabi bei der Nutzung erneuerbarer Energien die Nase vorn haben. Die futuristische Öko-Stadt Masdar City ohne Abfall oder Schadstoffausstoß soll zum Silicon Valley der Erforschung klimafreundlicher Energien werden. Das Investitionsvolumen wird auf umgerechnet rund 14 Mrd. Euro geschätzt.

Auch der Fremdenverkehr soll zum entscheidenden Faktor werden. Das Scheichtum setzt auf wohlhabende Besucher statt Massentourismus. Das aufwendigste Projekt ist der Ausbau von Yas Island. Der 40-Mrd.-Dollar-Komplex (29,5 Mrd. Euro) umfasst eine Formel-1-Rennstrecke und einen Ferrari-Themenpark. Die Insel der Glückseligkeit (Dschasirat al-Saadijat), die nur rund 500 Meter vom Festland entfernt liegt, soll Abu Dhabi mit Niederlassungen von Louvre und Guggenheim-Museum auch zu einem kulturellen Zentrum machen. Trotz aller Modernisierungen soll der Erhalt traditioneller islamischer Werte einen hohen Stellenwert genießen. (APA/dpa)

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