Papst-Sprecher relativiert Benedikt-Aussagen zu Abtreibung

21. März 2009, 23:14
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Lombardi: "Benedikt XVI. sagte nichts über Abtreibung, wenn Schwangeren der Tod droht"

Luanda - Papst-Sprecher Federico Lombardi hat die Haltung der katholischen Kirche zu medizinisch begründeten Abtreibungen klargestellt. "Die katholische Kirche akzeptiert eine Abtreibung, wenn der Tod des Fötus nicht das Ziel ist, aber eine Folge einer medizinischen Behandlung der Mutter", um deren Leben zu retten, sagte Lombardi am Samstag. Diese "indirekte Abtreibung" habe die Kirche immer zugelassen. Was der Papst gesagt habe, sei, dass die Gesundheit der Mutter nicht als Vorwand benutzt werden könne für die Abtreibung als Form der Geburtenregelung, sagte Lombardi.

Maputo-Protokoll

Auf seiner Afrika-Reise hatte sich Papst Benedikt XVI. in Angola zuvor gegen Abtreibungen aus medizinischen Gründen ausgesprochen. Laut der Pressemitteilung des Vatikan bezog sich die Äußerung auf das Maputo-Protokoll, einer Ergänzung der Charta der Afrikanischen Union, in der es heißt: Die Staaten sollen in Fällen von "Vergewaltigung, Inzest oder wenn die Fortsetzung der Schwangerschaft die psychische und physische Gesundheit der Mutter oder das Leben der Mutter oder des Fötus gefährdet" die medizinische Abtreibung gewährleisten.

Laut Kathpress hatte Benedikt XVI. wörtlich gesagt: "Wie bitter ist die Ironie derjenigen, die Abtreibungen zum Mittel der Pflege der Gesundheit der 'Mütter' erheben wollen. Wie befremdlich ist die These, wonach die Unterdrückung des Lebens eine Frage von reproduktiver Gesundheit sei". Damit habe der Papst keine Aussagen über jene Fälle gemacht, in denen Frauen durch die Fortsetzung einer Schwangerschaft in Lebensgefahr geraten würden, betonte Lombardi. (APA/AFP)

 

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