IBM und equalizent erhalten Meritus-Award

20. März 2009, 12:11
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Erstmals Ehrung für Unternehmen, die sich für Gleichstellung von Homosexuellen am Arbeitsplatz einsetzen

Wien - In Wien wurde am Donnerstag erstmals der meritus Preis verliehen, der Organisationen ehrt, die aktiv für die Gleichstellung von schwulen und lesbischen MitarbeiterInnen eintreten. Der Computerriese IBM und das Schulungs- und Beratungsunternehmen equalizent gewannen den "Alternative Award" mit der höchsten möglichen Punktezahl. Bewertet wurden 17 Kriterien, wie die Berücksichtigung der sexuellen Orientierung im Firmenleitbild, der Umgang mit Diskriminierung, freiwillige Sozialleistungen und die Personalentwicklung. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek betonte die Vorbildwirkung des öffentlichen Dienstes, Sozialminister Rudolf Hundsdorfer kündigte an, die eingeschriebene Partnerschaft "großkoalitionär" voranzutreiben.

Wertschätzung gegenüber Homosexuellen

Der Preis soll dran erinnern, Homosexuellen Respekt, Toleranz und Wertschätzung entgegenzubringen sowie gegen Vorurteile, Stereotypen und Diskriminierung in Unternehmen zu kämpfen, so die Presseaussendung der meritus Veranstaltung. Der Preis soll Organisationen ehren, die bereits Initiativen gesetzt haben sowie als Vorbildfunktion für Unternehmen dienen, die noch keine Maßnahmen im Bereich sexueller Orientierung am Arbeitsplatz getroffen haben. Der meritus-Award bewerte konkrete Aktionen der Firmen und nicht nur Ankündigungen, hob Leo Steiner, Generaldirektor von IBM Österreich, hervor. "Es lohnt zu sehen, welche Vielfalt in der Gesellschaft herrscht und diese Vielfalt einzubeziehen", kommentierte Monika Haider, Geschäftsführerin von equalizent, den Preis.

Outing am Arbeitsplatz rar

Homosexualität sei im Erwerbsleben nach wie vor ein Tabu. Nur ein geringer Anteil von lesbischen Frauen und schwulen Männern könne am Arbeitsplatz ihre sexuelle Orientierung outen und positive Reaktionen erwarten, so die Presseaussendung. Es gebe keine prominenten Persönlichkeiten in der österreichischen Wirtschaft, die mit gutem Beispiel dieses Thema angehen.

"Lesben und Schwule sind Teil der Vielfalt in Unternehmen und darüber hinaus eine überdurchschnittlich kaufkräftige Zielgruppe", so Manfred Wondrak, Präsident von agpro (Austrian-Gay-Professionals). Der Focus von Queer Business Women seien jene lesbische Frauen, "die sich ab sofort nicht mehr verstecken und auch im Berufsleben offen zu ihrer Homosexualität stehen wollen - obwohl sie Angst vor beruflichen und wirtschaftlichen Benachteiligungen haben", erklärte Eva Götz, Vorstandsvorsitzende der Queer Business Women. Der Meritus-Award ist eine Initiative dieser beiden Organisationen.

Öffentlicher Dienst als Vorbild

Frauenministerin Heinisch-Hosek und Sozialminister Hundsdorfer, die bei der Verleihung am Donnerstag Abend anwesend waren, betonten die große Bedeutung des Preises. "Das Gleichbehandlungsgesetz untersagt zwar die Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung am Arbeitsplatz, trotzdem existieren noch immer eine Reihe von Vorurteilen und Ausgrenzung", so Heinisch-Hosek. In Sachen Antidiskriminierung müsse der öffentliche Dienst hier eine Vorbildfunktion einnehmen. Sie ist als Ministerin auch für die BeamtInnen zuständig.

Hundsdorfer sah als wesentlichen Schritt für mehr Gleichberechtigung die gesetzliche Verankerung der eingetragenen Partnerschaft. Er kündigte an, diese "großkoalitionär vorantreiben" zu wollen. (APA/red)

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