Familie wieder Ort des Glücks?

19. März 2009, 13:21
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Politikwissenschafterin Alexandra Weiss geht der Frage nach, mit welchen Widersprüchlichkeiten Frauen in Berufs- sowie Haus- und Erziehungsarbeit konfrontiert sind

Ein weiterer Vortrag im Rahmen der Vorlesungsreihe "Frauen im 21. Jahrhundert. Situationen - Perspektiven - herausforderungen" an der Uni Innsbruck steht am Programm.

Am Dienstag, 31. März wird Alexandra Weiss die "Familie als Ort des Glücks" in Frage stellen und soziale Sicherungssysteme im Umbruch besprechen.

Thesen

Die Politikwissenschafterin mit Schwerpunkt feministische Frauen- und Geschlechterforschung geht davon aus, dass neoliberale Politik eine Transformation ökonomischer, politischer und sozialer Verhältnisse eingeleitet hat: "Auch Geschlechterverhältnisse und Familienformen werden im Zuges dieses Prozesses umgeformt, sie werden sogar vielfach als 'Knotenpunkt' gegenwärtiger Veränderungen betrachtet. Die mit Sozialstaatsabbau und Atypisierung einhergehende Prekarisierung von Arbeits- und Lebensverhältnissen spiegeln sich in dem Ruf nach mehr Eigenverantwortung und der 'Bürgergesellschaft'. Gesellschaftlich notwendige Reproduktionsarbeiten sollen wieder zunehmend in die Familie rückverlagert und Frauen vermehrt als 'Wohlfahrts-Produzentinnen' angesprochen werden.

Während Frauen aber als 'Marktsubjekte' emanzipiert werden, bleibt die Frage der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung, die nach wie vor fast ungeteilte Zuständigkeit der Frauen für unbezahlte Arbeit, ungelöst. Während die private Betreuung von Kleinkindern durch Mütter finanziell unterstützt und 'Mütterlichkeit' ideologisch überhöht wird, sinken die Geburtenraten aber nach wie vor."

Diskussionen um Mutterschaft, Erziehung und Betreuung

Im Vortrag geht Weiss der Frage nach, mit welchen Widersprüchlichkeiten Frauen heute in Berufsarbeit sowie Haus- und Erziehungsarbeit konfrontiert sind, welche sozialstaatlichen Lücken sich vor dem Hintergrund von Atypisierung und Prekarisierung auftun und auf welchen (neoliberalen und/oder neokonservativen) ideologischen Hintergründen die gegenwärtige Diskussionen um Mutterschaft, Erziehung und Betreuung basieren.  (red)

Link

Frauen im 21. Jahrhundert. Situationen - Perspektiven - Herausforderungen

Großer Saal, AK-Tirol, Maximilianstraße 7, 6020 Innsbruck

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