Pfeiffer auf der Pfeife

17. März 2009, 17:04
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Chris Pfeiffer braucht niemandem mehr - außer vielleicht den Punkterichtern - etwas beweisen. Trotzdem haut er sich für uns das Schnoferl blutig

Es ist der 20.4.1970 als Chris Pfeiffer im deutschen Schongau auf die Welt kommt. Fünf Jahre später reißt er schon am Gas seiner ersten Reiben, einer Sachs 100. Mit zehn Jahren bekommt Pfeiffer seine erste Trial. Die ist zwar gebraucht, reicht aber locker, dass der Chris bei Trialbewerben schon die ersten Leut herbrennt. Er wird 1985 deutscher Jugendmeister, bevor er in der Deutschen Meisterschaft und sogar in der WM aufzeigt.

Pfeiffer studiert nicht nur Sport und Biologie, sondern auch ständig, wo er Offroad fahren kann. Und er findet nix, wo er gescheit trainieren kann. Also spielt er sich ab 1993 auf münchner Parkplatzen mit der Schwerkraft, beginnt zu freeriden und zu tricksen. 1996 gewinnt er zum ersten von vier Malen am Erzberg, sammelt Enduropokale wie Cher Schönheitsoperationen. Er befährt mit dem Motorrad Klettertouren im dritten Schwierigkeitsgrad, noch bevor Jäger auf die Idee kommen, dass sie dort Radfahrer von Mountainbikes schießen können.

www.spoettel.com
Chris Pfeiffer gibt mangels Blinker vorm Abbiegen natürlich brav Handzeichen.

Seit 1996 ist Chris Pfeiffer als Stunt-Profi unterwegs. Ab 2000 trainiert er auf großen Straßenbikes und stellt die Trial immer öfter ins Eck. 2003 wird Pfeiffer zum ersten Mal Stuntriding Weltmeister. Das taugt ihm anscheinend, und er holt sich den Titel auch 2007, 2008 und 2009. 2004, 2005 und 2006 begnügt er sich damit, die Stuntriding EM zu gewinnen. Das geht dann so gut, dass er sich die auch 2007 und 2008 holt. Heute hat Pfeiffer mehr Pokale als ein normaler Mensch Tassen im Schrank.

2004 beginnt er mit den Dreharbeiten zu seiner ersten DVD. Die verkauft sich so gut, dass sich Pfeiffer 2006 von deiner Ducati trennt und sich eine BMW leisten kann. Er beginnt auf der F 800 S zu fahren. 2008 erfindet er die BMW F 800 R, die auf der EICMA in Mailand präsentiert wird. Inzwischen hat Chris Pfeiffer seine neue, zweite DVD „Stunting for Life" auf dem Markt.

red bull / hubert lepka
Bei der Stuntshow vorm Hangar 7 in Salzburg ging es heiß her.

Am Cover wheelt er, nur eine Hand am Lenker, die andere am Boden. Er stützt sich nicht ab, wie man meinen möchte, nein, am Video sieht man, dass er wohl irgendwann in ein Hundstrümmel gegriffen hat und nun versucht den Dreck wieder unauffällig vom Handschuh zu schleifen. Dabei ist Pfeiffers Fahrstil das ganze Video hindurch nicht unauffällig.

Das finden auch die Polizisten in Nigeria. Die tauschen die Dienstmopeds gleich einmal gegen die Pfeiffer BMW und versuchen, sich im Stuntriding mit dem Deutschen zu messen. Extrem nicht unauffällig ist auch die Trickserei von Pfeiffer in Sarajewo. Acht Jahre nach dem Krieg, besucht er die damals noch zerschossene Stadt und fährt Endos über eine Skisprung-Schanze, oder hetzt über eine Bobbahn, die ausschaut als hätte sie das komplette Hautkrankheiten-Programm aus dem Pschyrembel durchlitten.

simon pukl
Pfeifer wechselt seine Hinterreifen wie die Unterhosen, die Vorderreifen haben dafür fast noch die Noppen drauf.

Die Haut hängt aber auch einem Chris Pfeiffer manchmal in Fetzen aus dem Helm. Etwa nach dem Sprung in den Vereinigten Staaten, den Chris ein wenig zu langsam anfährt, deswegen zu früh aufschlägt und sich die Nase am Lenker bricht. Den Dreh bricht Pfeiffer deswegen aber nicht ab. Er quittiert den Fahrfehler mit den Worten: „It's not save to go slowly.", lässt sich ein paar Pflaster ins Gesicht picken und fährt weiter.

Alle Stürze und Stunts des 80 Minuten Videos verrate ich aber nicht. Nur so viel. Pfeiffer geht baden, Pfeiffer flüchtet vor einem Fahrrad und Pfeiffer muss zugeben, dass er so einen Wheelie noch nie gesehen hat. (Guido Gluschitsch)

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