"Nur die Gegenwart zählt"

16. März 2009, 16:20
posten

Bullen marschierten zum vierten Mal in Folge über Wien ins Finale - Caps-Präsident Schmid dennoch zufrieden - Erstmals Finalduell mit KAC

Wien - Red Bull Salzburg ist auch heuer wieder zum Albtraum der Vienna Capitals mutiert. Zum vierten Mal in Folge scheiterten die Caps in der Erste Bank Eishockey Liga im Halbfinale an den Roten Bullen, die nun den Titel-Hattrick anstreben. Allerdings geht der Titelverteidiger keineswegs als Favorit ins Finale (best-of-seven) ab Sonntag (18.00 in Klagenfurt/live Premiere Austria) gegen den KAC.

Es ist das erste Finalduell Klagenfurt-Salzburg. Das einzige Halbfinal-Duell datiert aus der Zeit vor der Ära Red Bull, der Salzburger EC scheiterte 1978 am KAC und holte schließlich mit Rang drei die beste Salzburger Platzierung, ehe Red Bull übernahm. Nun gehen sie auf den Hattrick los, der zuletzt der VEU Feldkirch in der Blütezeit gelang (fünf Titel zwischen 1994 und 1998). In den direkten Duellen führt in dieser Saison aber der 28-fache Kärntner Rekordmeister, die Nummer eins im Grunddurchgang, mit 4:2.

"Nur die Gegenwart zählt"

Für Bullen-Trainer Pierre Page unwichtig. "Nur die Gegenwart zählt, über die Vergangenheit braucht man nicht reden. Nur daraus lernen. Zwischen Grunddurchgang und Play-off besteht ein großer Unterschied, und unsere Spieler haben das verstanden. Wir werden bereit sein für den KAC", versprach der Kanadier. Und auch der KAC wird bereit sein, ist er überzeugt.

Die Klagenfurter Titelträger hätten die beste Mannschaft, sie sind routiniert, haben einen guten Torhüter und können Tore machen, sagt Page. Und sie haben aus dem Vorjahr, als sie im Play-off als Favorit an Olimpija Laibach gescheitert sind, die richtigen Schlüsse gezogen. "Im Vorjahr war der KAC die beste Mannschaft, bis auf die letzten 25 Spiele. Der KAC ist an Laibach gescheitert, Torhüter Westlund war der Unterschied. Der KAC hat (im Dezember) Torhüter Travis Scott geholt - sie haben verstanden", erklärte Page. Dazu wurden mit Christoph Brandner, Sean Brown und Jeff Shantz drei Routiniers geholt, die sich allesamt als echte Verstärkung erwiesen haben.

Auf der jungen Welle

Salzburg, das jüngste Team der Liga, wird dennoch auf der jungen Welle weiterreiten. "Wir haben einen Spielplan, wir wollen mit einer jungen Mannschaft spielen, wir wollen junge Leute entwickeln", betonte er die Salzburger Philosophie. Gegen die Caps war sie erfolgreich. "Meine Spieler haben in dieser Saison viel gelernt, es war ein großer Sieg gegen ein sehr gutes Team", freute sich Page nach dem Finaleinzug, den Salzburg am Sonntag mit einem 5:3 in Wien fixierte.

In Wien können dagegen die Vorbereitungen für die nächste Saison voll anlaufen, nachdem die Enttäuschung verarbeitet ist. "Die Enttäuschung ist aber nicht so groß, weil unsere Mannschaft gegen Salzburg wirklich eine sehr gute Leistung geboten hat und am Ende unglücklich gegen den Meister ausgeschieden ist", gab sich Caps-Präsident Hans Schmid trotzdem zufrieden.

Weichenstellen in Wien

Schmid wird zumindest noch eine Saison bei den Caps anhängen, "in diesem Jahr möchte ich auch die Weichen stellen, damit die Zukunft der Vienna Capitals gesichert ist". Dies soll nicht zuletzt die neue Halle gewährleisten. 40 Millionen Euro werden in den Ausbau der Schultz-Halle investiert, der Umbau soll noch im Mai gestartet werden und den Caps für die Saison 2010/11 eine Heimstätte mit einer Kapazität von 7.000 Zuschauern bringen.

Und für die nächste Saison will Schmid "wieder ein konkurrenzfähiges Team formen, das Großes erreichen kann". Schon jetzt ist der Club mit der Kaderzusammenstellung weiter als in den vergangenen Jahren. Trainer Kevin Gaudet hat um zwei Jahre verlängert, auch Peter Casparsson, Dan Björnlie, Patrick Lebeau, Sean Selmser und Benoit Gratton bleiben, kolportiert wird Interesse an den slowenischen Teamspielern Marcel und David Rodman, Tomas Razingar und Ales Kranjc. Verlängert haben auch die jungen Österreicher Tino Teppert, Christian Dolezal, Peter Schweda, Rudolf Hummel und Gerald Lederer.

Ob auch Rafael Rotter in Wien bleibt, ist noch offen. Der 21-Jährige hat noch keinen Vertrag, er wird zunächst mit den Wienern reden. Auf jeden Fall will Rotter, der vergangenen Sommer aus Kanada nach Wien heimgekehrt ist, noch ein Jahr in Österreich spielen. "Ich will mich da jetzt durchsetzen, dann aber schon wieder ins Ausland", erklärte er. (APA/red)

 

Share if you care.