Europas Büros werden kleiner

16. März 2009, 14:43
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C&W-Studie: Die durchschnittlich genutzte Fläche pro Beschäftigtem sank von 12,8 auf 12,4 Quadratmeter

Büromitarbeiter rücken europaweit etwas enger zusammen: Nach der jüngsten Studie "European Landlord & Tenant Survey 2009" von Cushman & Wakefield (C&W) haben über die Hälfte der Mieter und Vermieter in Europa bereits mit der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur effizienteren Flächennutzung begonnen. "Auch in den kommenden zwölf Monaten wird Konsolidierung und der Abbau von Mitarbeitern ein wesentlicher Antrieb für Flächenberatung sein, denn die Wirtschaftskrise forciert Mieter und Vermieter zur Kostenreduzierung", zieht C&W Resümee aus den Untersuchungsergebnissen.

Für die Untersuchung wurden europaweit 750 Vermieter und Mieter befragt. 40 Prozent der befragten Mieter haben ihre Flächennutzung bereits intensiviert und über ein Drittel der Befragten möchte im nächsten Jahr eine Flächenverdichtung durchführen.

Großes Effizienz-Potenzial in Deutschland

Die durchschnittlich genutzte Bürofläche pro Beschäftigtem ist in Europa von 12,8 m² auf 12,4 m² zurückgegangen, wobei es bislang in Deutschland die geringsten Reduktionsbewegungen gab und 51 Prozent überdurchschnittliche große Büroflächen nutzen: 24 Prozent der befragten Mieter gaben an, 12,5 bis 15 Quadratmeter pro Mitarbeiter zu nutzen und 27 Prozent nutzen sogar 15 bis 17,5 Quadratmeter.

"In deutschen Büros gibt es zumeist noch ein hohes Flächeneffizienz-Potenzial", erläutert Jörg Ettmann, Leiter der Bürovermietung von C&W in Deutschland.

Sowohl Vermieter als auch Mieter versuchen, mit ihren Immobilien die Auswirkungen der Wirtschaftskrise abzufedern. In der Erwartung fallender Mieten rechnet fast die Hälfte der Mieter damit, ihre bestehenden Mietverträge verhandeln zu können, und ein Drittel gibt an, ihre unbenötigten Flächen untervermieten zu können. Während Untervermietung das beste Mittel der Wahl für die Reduzierung der Mietkosten für britische Unternehmen ist, bevorzugen west- und mitteleuropäische Unternehmen die Nachverhandlung ihrer Mietverträge.

Bei sinkenden Mietpreisen erwarten über die Hälfte der Büroimmobilieneigentümer in Europa künftig mehr Incentives bei Mietvertragsabschlüssen zugestehen zu müssen, während nur 37 % mit niedrigeren Mietpreisen rechnen.

Die wichtigsten Kriterien

Ca. 40 Prozent der Unternehmen gaben an, dass Nachhaltigkeitsaspekte von Immobilien an Bedeutung für sie gewonnen haben, für fünf Prozent sind sie weniger wichtig geworden. Über die Hälfte der südeuropäischen Unternehmen haben ihren Fokus mittlerweile auf Umweltthemen gerichtet, während diese in Osteuropa - und insbesondere Russland - ohne Relevanz sind.

Insgesamt wären 53 Prozent der Eigentümer und Mieter bereit, bis zu fünf Prozent höhere Kosten für ein nachhaltiges Gebäude zu zahlen, vier Prozent würden bis zu zehn Prozent höhere Kosten in Kauf nehmen.

Die Nähe zu öffentlichen Transportmitteln und die Anfahrt mit dem PKW sind sowohl für Vermieter als auch Mieter die wichtigsten Standortkriterien. Ebenfalls beiden Parteien wichtig und für beide in der Wichtigkeit gestiegen sind die Aspekte der Energieeffizienz von Immobilien, natürliche Belüftung sowie drahtlose Technologie. Natürliches Licht bleibt das wichtigste Nutzungsmerkmal eines Gebäudes. (red)

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