Möbelindustrie baut kleinere Schränke

13. März 2009, 19:30
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Team 7 stemmt sich mit Naturmöbeln gegen Krise und eröffnet im Sommer neues Werk

Wien - Die Wirtschaftskrise zwingt zunehmend auch Hersteller von Tischen, Schränken, Betten oder Stühlen, ihr Arbeitspensum zu drosseln. Grund ist die schwächelnde Nachfrage, die vor allem das mittlere Preissegment trifft.

Nach Zahlen der Statistik Austria hat sich der Produktionswert der Branche (70 größere Unternehmen, viele kleine Handwerksbetriebe mit knapp 7000 Beschäftigten) von Jänner bis September 2008 auf 1,94 Mrd. Euro addiert. Das war ein Minus von elf Prozent.

"Das 1. Quartal 2008 war noch sehr gut, das 2. Quartal weniger, das 3. Quartal war schlecht, das vierte sehr schlecht" , sagte der stellvertretende Vorsitzende der österreichischen Möbelindustrie, Georg Emprechtinger, am Freitag.

Schwache Nachfrage dürfte anhalten

Zahlen für das vierte Quartal 2008 gibt es im Mai. Umfragen zufolge hat sich die Situation in der Branche nicht verbessert. Die Mehrzahl der Unternehmen stellte sich auf eine längere Phase schwächelnder Nachfrage ein.

Es gibt aber auch Ausnahmen. Zu diesen zählt der Naturmöbelproduzent Team7, dessen geschäftsführender Eigentümer Emprechtinger ist. Das Unternehmen aus Ried im Innkreis (OÖ) hat im Vorjahr gegen den Trend den Umsatz um vier Prozent auf 65 Mio. Euro erhöhen können. Höherwertige Möbel ließen sich auch in Zeiten der Krise verkaufen, sagte Emprechtinger. In den vergangenen Wochen habe man steigende Auftragseingänge verzeichnet, was optimistisch stimme.

Im Sommer wird Team7 ein neues Werk in Pram eröffnen, in das neun Mio. Euro investiert wurden. Gut 50 der 350 Mitarbeiter aus Ried werden künftig im 17 km entfernten Pram ihren Arbeitsplatz haben. In Ried will sich Team7 auf sogenannte Korpusmöbel (individuelle Einzelschränke) spezialisieren, in Pram Tische und Betten bauen. Dort gibt es noch ein Plattenwerk, in dem rund 150 Mitarbeiter beschäftigt sind. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14./15.3.2009)

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