Auftrag ging an "sehr engen" Freund

12. März 2009, 20:38
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VP-Stadträtin Fluch nach Auftragsvergabe unter Beschuss, SP fordert Konsequenzen

Graz - Just an dem Tag, an dem VP-Bürgermeister Siegfried Nagl und Grünen-Vizebürgermeisterin Lisa Rücker bei einem Pressegespräch (siehe Artikel oben) das Ende "alter parteipolitischer Spielwiesen" kommen sahen, berichtete die Kleine Zeitung am Donnerstag von einem angeblichen Vergabeskandal um VP-Stadträtin Eva Maria Fluch.

Die für das Bauamt verantwortliche Politikerin soll demnach den Auftrag für eine Expertise um 20.000 Euro ihrem ehemaligen Lebensgefährten erteilt haben. Außerdem besitze sie mit dem Mann, den sie nach wie vor als "sehr engen Freund" bezeichne, einen gemeinsam renovierten Bauernhof im Burgenland. Auf den "Vergabe-Skandal" angesprochen, machte Nagl keine Anstalten, seine Stadträtin, die für den Standard nicht zu sprechen war, zu verteidigen. Der Bürgermeister meinte nur einsilbig, er habe den Grazer Magistratsdirektor, Martin Haidvogel, damit beauftragt, die Sache zu prüfen, er wisse selbst noch nichts darüber.

Gesprächiger war die SPÖ. Klubchef Herper reagierte prompt mit Aussendung. "Ich bin entsetzt - die Stadt ist ja kein Selbstbedienungsladen. Das kommt einer Freunderlwirtschaft schlimmsten Ausmaßes nahe", hieß es. Man erwarte sich "klare Konsequenzen von der Stadträtin".

Fluch selbst verstand die Aufregung nicht und meldete sich am Donnerstag nur per Aussendung zu Wort: "Ich habe nichts zu verbergen, die Vergabe lief korrekt ab, der Stadtrechnungshof soll das überprüfen." Der Auftrag sei zudem in Koordination mit der Stadtbaudirektion an den "Billigstbieter" vergeben worden, somit sei das Verfahren "korrekt abgelaufen", so die Politikerin. (DER STANDARD - Printausgabe, 13. März 2009)

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