"Wazzinger" vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochen

12. März 2009, 15:30
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Weitere Anklagepunkte Untreue und schwerer Betrug sollen in einem gesonderten Verfahren verhandelt werden

Innsbruck - Der ehemalige Taxi-Orange-Star Walter Pirchl alias "Wazzinger" ist am Donnerstag am Landesgericht Innsbruck vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs Unmündiger freigesprochen worden. Der Schöffensenat habe nach Würdigung der Beweise nicht mit Sicherheit feststellen können, dass dem 36-jährigen Tiroler die Taten zur Last gelegt werden können, erklärte Richterin Nadja Obwieser. Da Staatsanwalt Markus Knapp Nichtigkeitsbeschwerde angemeldet hatte, war das Urteil vorerst nicht rechtskräftig.

"Die Begründung des Urteils ist mir zu kurz", betonte Knapp. Die weiteren Anklagepunkte Untreue und schwerer Betrug sollen in einem gesonderten Verfahren verhandelt werden. Der gesamte Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der 36-Jährige genoss vor Verhandlungsbeginn besonderen Schutz. Eine Absperrung vor dem Verhandlungssaal erschwerte den anwesenden Journalisten das Fotografieren und Filmen. Außerdem wurde zweimal der Verhandlungssaal gewechselt.

Angeklagt war ein Fall, der bereits zehn Jahre zurückliegt: "Wazzinger" soll laut Anklage ein damals fünfjähriges Mädchen zur "Unzucht" missbraucht haben, wobei die Taten eine schwere Körperverletzung zur Folge hatten. An einem sechsjährigen Buben soll Pirchl zwischen Mitte 2003 und Dezember 2005 ebenfalls "eine geschlechtliche Handlung vorgenommen" haben, warf ihm die Staatsanwaltschaft vor. Bei der Verhandlung Mitte Jänner waren drei Zeugen, darunter die Mutter der Kinder, einvernommen worden.

Die weiteren vermögensrechtlichen Delikte wurden vorerst auf unbestimmte Zeit vertagt. Unter anderem geht es dabei um eine Forderung "Wazzingers" für sein Engagement als "Moderator von Wahlkampfveranstaltungen des BZÖ". Er habe seiner Bank ein angeblich gefälschtes Schreiben vorgelegt, das eine Forderung über 72.000 Euro gegenüber der Partei bestätigte. Weiters soll Pirchl in Wien einen Pkw übernommen, allerdings die 3.300 Euro dafür nicht bezahlt haben. Seine Kreditkarte wurde zudem mit mehr als 6.000 Euro belastet, ohne dass sein Konto entsprechend gedeckt gewesen wäre. (APA)

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