GEA streicht wegen Wirtschaftsflaute 700 bis 800 Stellen

12. März 2009, 11:54
posten

2008 Rekordumsatz, aber weniger Gewinn

Bochum/Köln - Der deutsche Spezialmaschinen- und Anlagenbauer GEA will wegen der Wirtschaftsflaute weltweit 700 bis 800 der insgesamt 21.300 Stellen streichen. In Deutschland sollen 100 bis 200 der knapp 7.000 Arbeitsplätze hierzulande wegfallen, wie ein Sprecher der GEA Group AG am Donnerstag in Köln sagte. Von den Abbauplänen betroffen sind schlecht laufende Sparten wie das Öl-, Gas- und Chemiegeschäft oder die Schiffsausrüstungen. Von den 1.500 Leiharbeitern sollen bis zu 1.000 das Unternehmen verlassen.

Im vergangenen Jahr erzielte der im MDAX notierte GEA-Konzern mit 5,18 Mrd. Euro Umsatz einen neuen Rekordwert - 6,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gewinn verringerte sich jedoch um 64 Prozent auf 101 Mio. Euro. Gründe seien vor allem die Schließung der Tochter Ruhr-Zink sowie Aufwendungen aus Altaufträgen des Großanlagenbaus. Auch der Auftragseingang ging 2008 um 8 Prozent auf 4,98 Mrd. Euro zurück. Gründe seien vor allem weniger Großaufträge in den Märkten Bioethanol/Biodiesel und Brauereien. Der Konzern erwirtschaftet rund 50 Prozent seines Umsatzes in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, die als relativ resistent gegen konjunkturelle Schwankungen gilt.

Im laufenden Jahr rechnet GEA wegen der weiter angespannten Lage mit weniger Geschäft und einer schlechteren Marge. Eine genaue Prognose machte der Konzern nicht. 2009 sollen durch den Personalabbau sowie weitere Einsparungen aber knapp 100 Mio. Euro mehr in der Kasse übrig bleiben. Für die Restrukturierung hat der Vorstand in diesem Jahr Kosten von bis zu 40 Mio. Euro einkalkuliert. (APA/dpa/Reuters)

Share if you care.