Zumtobel baut wegen Wirtschaftskrise Personal ab

12. März 2009, 08:58
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Umsatz im dritten Quartal eingebrochen - Nettoergebnis dreht ins Minus - Kurzarbeit und andere "kreative Lösungen" geplant

Wien/Dornbirn - Der börsenotierte Vorarlberger Lichtkonzern Zumtobel baut wegen eines unerwartet starken Umsatzeinbruchs infolge der Wirtschaftskrise weiter Personal ab und setzt auch andere Kosteneinsparungen fort. Bereits im 3. Geschäftsquartal (November bis Jänner) ist der Mitarbeiterstand der Gruppe weltweit von 7.921 auf 7.575 zurückgegangen, doch auch in nächster Zeit werde man neben "flexiblen und kreativen" Arbeitszeit-Lösungen "an den meisten Standorten auch Personal freisetzen müssen", sagte Vorstandschef Andreas Ludwig am Donnerstag.

Je nach Standort und gesetzlichen sowie tariflichen Möglichkeiten wolle man mit "flexiblen und kreativen Lösungen" möglichst viele Mitarbeiter an Bord halten können. Dies schließe Maßnahmen wie Bildungskarenz bzw. staatlich geförderte Qualifizierungen, Kurzarbeit, Aussetzverträge oder temporäre Arbeitszeitverkürzungen ein. Der Personalabbau im Berichtsquartal beruhe im wesentlichen auf natürlicher Fluktuation, Vorziehen von Pensionierungen, individuellen Vereinbarungen sowie einem Abbau von rund 70 Leiharbeitern.

Im 3. Quartal 2008/09 ist der Umsatz um 13,6 Prozent auf 259,3 Mio. Euro eingebrochen, in den ersten neun Monaten sank er um 6,8 Prozent auf 900,5 Mio. Euro. Beim Umsatz kam es nach neun Monaten in allen Märkten außer Asien (+4,3 Prozent) zu Umsatzrückgängen, besonders stark in Südeuropa (-15,5 Prozent), Westeuropa (-11,4 Prozent) sowie Australien & Neuseeland (-12,8 Prozent) und Amerika (-11,1 Prozent).

Das bereinigte Ebit sank im Quartal massiv um 88,3 Prozent auf 2,5 Mio. Euro und ging in den neun Monaten um 35,7 Prozent auf 62,6 Mio. Euro zurück. Das Nettoergebnis drehte im 3. Quartal von positiven 13,6 Mio. Euro auf 4,0 Mio. Euro ins Minus, in den ersten drei Quartal betrug der Rückgang des Periodenergebnisses 44,5 Prozent auf 38,1 Mio. Euro. Dementsprechend sank das Ergebnis je Aktie im Quartal von 0,31 auf 0,09 Euro und in den ersten neun Monaten von 1,54 auf 0,88 Euro.

Für 2009 rechnet die Zumtobel-Gruppe mit "sehr schwierigen Rahmenbedingungen". 2009/10 würden aus dem in letzten Quartal initiierten Programm zum Abbau von Strukturkosten rund 25 Mio. Euro wirksam werden. "Angesichts des unerwartet starken Umsatzrückgangs" seien zusätzliche Maßnahmen zur Anpassung der Kostenstruktur an den Volumenrückgang in Umsetzung. Ziel sei es, die Gesamtkostenstruktur der Gruppe "möglichst schnell auf die herausfordernden Markt- und Absatzgegebenheiten auszurichten sowie den Free Cash-Flow auch unter schwierigen Randbedingungen auf noch positivem Niveau zu halten". (APA)

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