Rebellierende Soldaten wollen nicht auf Bürger schießen

8. März 2009, 22:06
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Militärcamp blockiert Zufahrten - "Wir wurden ausgebildet, um Volk zu beschützen"

Antananarivo - In Madagaskar haben sich vor dem Hintergrund eines seit Wochen anhaltenden blutigen Machtkampfs Soldaten am Sonntag in einer Meuterei gegen die Regierung des umstrittenen Präsidenten Marc Ravalomanana aufgelehnt. Wie Agenturmitarbeiter berichteten, meuterten die Soldaten einer Kaserne im Soanierana-Bezirk rund sechs Kilometer vom Zentrum der Hauptstadt Antananarivo entfernt.

"Wie folgen unseren Herzen"

Rund 30 schwer bewaffnete Soldaten errichteten Straßensperren an dem Hauptverbindungsweg vom Lager in die Hauptstadt. Wie viele der 600 im dem Lager stationierten Soldaten an der Meuterei teilnahmen, blieb zunächst unklar. "Wir nehmen nicht länger Befehle von unseren Vorgesetzten entgegen, sondern folgen unseren Herzen. Wir handeln im Interesse der Menschen. Es hat genug Tote gegeben und wir werden unser Camp gegen alle Angriffe verteidigen", sagte einer der meuternden Soldaten an der Straßensperre. Sie seien ausgebildet worden, um Bürger und deren Eigentum zu beschützen, aber nicht dafür, um auf das Volk zu schießen.

Tote Demonstranten im Februar

Im Februar hatten Regierungssoldaten nach einer Oppositionskundgebung in Antananarivo ein Blutbad angerichtet. Sie eröffneten ohne Vorwarnung das Feuer auf tausende Demonstranten. Der abgesetzte Bürgermeister der Hauptstadt, Andry Rajoelina, hat sich selbst zum Präsidenten ausgerufen und eine Gegenregierung gebildet. Er beschuldigt Ravalomanana des Machtmissbrauchs und des Ausverkaufs der Ressourcen der Insel an ausländische Firmen. Bei Gewaltakten kamen bisher mehr als hundert Menschen ums Leben. Rajoelina hält sich nach eigenen Angaben nach einem Festnahmeversuch versteckt. (APA/Reuters/red)

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