Neues Institut für "Interkulturelle Islamforschung" in Wien

7. März 2009, 14:27
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Forschungszentrum soll Fronten zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen aufweichen und innerislamische Kritik ermöglichen

Das neu gegründete "Institut für Interkulturelle Islamforschung" in Wien solle "dazu beitragen, dass sich Muslime und Nicht-Muslime in Österreich einander annähern", sagt der Direktor des Instituts, Islamwissenschafter Elsayed Elshahed. Am vergangenen Freitag wurde das Institut im Islamischen Zentrum in Wien eröffnet.

"Kalter Krieg"

Es gebe einen "kalten Krieg" zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen in Österreich, so Elshahed. Das liege einerseits an tief verankerten Vorurteilen - etwa der Vorstellung, Muslime seien per se demokratiefeindlich oder intolerant. Andererseits hätten viele Muslime zu wenig Ahnung von ihrer eigenen Religion und könnten zum Teil zu wenig zwischen Tradition und Religion unterscheiden. Zudem lasse das "egozentrische Selbstverständnis des jeweiligen Kulturkreises jeden gut gemeinten Dialog ins Leere laufen", so Elshahed. Das Institut wolle durch gezielte Islamforschung und durch Medienarbeit zum interkulturellen Dialog und zur gegenseitigen Annäherung beitragen.

Außerislamische Einflüsse seien befruchtend für den Islam, betonte auch Islamwissenschafter Rüdiger Lohlker in einer Rede anlässlich der Eröffnungsfeier. Das Zentrum solle nicht zuletzt innerislamische Kritik ermöglichen, sagte Fareed Alkhotani, Direktor des Islamischen Zentrums.

Das Institut für Interkulturelle Islamforschung (INTIS) wird von der "Liga der Islamischen Welt", eine internationale Organisation mit UNO-Beobachterstatus, finanziert und ist im Islamischen Zentrum am Bruckhaufen, 21. Bezirk, angesiedelt. (mas, derStandard.at, 7.3.2009)

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INTIS

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    Forschung in der Moschee: Islamisches Zentrum in Floridsdorf

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