Intrigen am Flughafen

5. März 2009, 17:20
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SPÖ und ÖVP wollen den Vorstandssprecher

Wien - Intrigen zwischen Rot und Schwarz überschatten die Bestellung der Flughafen-Wien-Vorstände am 25. März. Die ÖVP versuche die Kostenexplosion beim im Bau befindlichen Terminal Skylink dem bisherigen Gesamtvorstand unter Führung von Herbert Kaufmann, Gerhard Schmid (beide SP) und Christian Domany (VP) anzulasten. Zuständig für Skylink war Domany, der Ende Februar vorzeitig ausschied.

Wird nur Schmid, nicht aber Kaufmann wieder bestellt könnte Ernest Gabmann, ex-VP-Landesrat in Niederösterreich und seit März Nachfolger von Domany Vorstandssprecher werden. Damit würde erstmals seit zehn Jahren wieder ein Schwarzer Flughafen-Chef. Umgekehrt könnte derAufsichtsratsvorsitzende von schwarz zu rot wechseln.

Doch bis es soweit ist, müsse noch "Basisarbeit" geleistet werden. So will Gabmann das Ingenieur Büro Gobiet als Berater engagieren. Gobiet soll aufzeigen, was der Terminal nun tatsächlich kostet und wann dieser nun endgültig fertig wird. Abhängig davon, wie hoch das Honorar für die Beraterleistung ist, kann Gabmann den Auftrag allein vergeben oder er braucht die Zustimmung der beiden anderen Vorstandskollegen. Doch weder Kaufmann noch Schmid dürften einem zusätzlichen Berater zustimmen. Hintergrund: Mitte vorigen Jahres hat Domany die Raiffeisen Evolution mit der Projektplanung Skylink beauftragt. Statt 400 Mio. soll der Terminal 657 Mio. kosten, die Bauzeit wird 16 Monate länger dauern. So das Ergebnis von Raiffeisen Evolution. Kaufmann zum Standard: "Die von Domany und Raiffeisen Evolution dargestellte Terminplanung, die schon im Februar auf Skepsis stieß, wird nun neu überprüft". Die Bautätigkeit laufe jedenfalls normal weiter.

Fachliche Unterstützung soll sich Gabmann von Gerhard Tretzmüller holen. Tretzmüller kommt aus dem Büro der vorstorbenen Landesrätin Prokop und ist jetzt für die Gebäudeverwaltung in Niederösterreich zuständig. Gobiet-Geschäftsführer Andreas Gobiet, zugleich Präsident der Wiener Architektenkammer und Tretzmüller sollen wie auch Gabmann das gleiche Hobby haben: Golfen. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Printausgabe, 6.3.2009)

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