Rückzieher nach Protesten gegen "Designerbabys"

4. März 2009, 21:32
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Fruchtbarkeits-Kliniken wollten "predictive genomics" anbieten

New York/Los Angeles - Das Angebot zweier Kliniken in Los Angeles und Manhattan hat einerseits Empörung, andererseits großes Patienteninteresse ausgelöst. Während die einen das "Züchten einer Herrenrasse" kritisieren, hören die Telefone der Fruchtbarkeits-Kliniken von Jeff Steinberg nicht mehr zu läuten auf. Sie hatten auf ihrer Website angekündigt, "predictive genomics" anzubieten: Mütter und Väter sollten bei ihren per In-Vitro-Fertilisation gezeugten Kindern künftig bestimmen können, ob sie lieber ein Baby mit blauen Augen und blondem Haar oder braunem Haar und vielleicht grünen Augen wollen. Kosten 14.000 Dollar.

Nach den Protesten machte das Fertility Institute am Dienstag einen Rückzieher. Steinberg erklärte, dass er auf die kosmetische Präimplantationsdiagnostik (PID) verzichten werde. Er wolle jedoch weiterhin den Eltern ein Screening der Embryos zu medizinischen Zwecken, wie genetischer Erkrankungen, anbieten.
Das "größte und erfolgreichste vorgeburtliche Geschlechtsauswahlprogramm der Welt mit 100 Prozent Erfolg" , wie die Klinik wirbt, wird ebenfalls weiterbestehen. Für ausländische Kunden hat die Klinik sogar einen Link zu einem Reisebüro eingerichtet - für die "Rundumversorgung". (rine/DER STANDARD, Printausgabe, 5.3.2009)

 

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