Verkaufszahlen der US-Autobauer brechen weiter ein

4. März 2009, 08:52
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Chicago - Die Absatzkrise der Autobauer in den USA hat sich im Februar verschärft. Der vom Konkurs bedrohte Hersteller General Motors verkaufte nach eigenen Angaben vom Dienstag in den USA 53 Prozent weniger Autos als im Vorjahresmonat. US-Konkurrent Ford meldete einen Absatzeinbruch von 48 Prozent, Chrysler gab ein Minus von 44 Prozent bekannt, Toyota verkaufte in den USA 37 Prozent weniger Autos als im Februar 2008.

Als Reaktion auf die Krise kündigte General Motors an, die Produktion im zweiten Quartal um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zu verringern. 2008 waren in den Monaten April bis Juni noch 834.000 Fahrzeuge gebaut worden; in diesem Jahr sollen es im selben Zeitraum nur noch 550.000 sein. Die jüngsten Verkaufsergebnisse waren die schwächsten GM-Februarzahlen seit 1967. Nordamerika-Vizechef Mark LaNeve sprach von einem "harten Markt".

Auch Ford will bei der Produktion auf die Bremse treten. Im zweiten Quartal sollten 40 Prozent weniger Fahrzeuge gebaut werden als 2008; damals produzierte Ford nach eigenen Angaben 685.000 Fahrzeuge, im kommenden Quartal sollen es nur noch 425.000 sein. Anders als GM und Chrysler, denen die Zahlungsunfähigkeit droht, benötigt Ford nach eigenen Angaben keine staatlichen Finanzhilfen.

Chrysler halbiert Absatz fast

Chrysler setze nach eigenen Angaben im USA-Geschäft im Februar nur noch 84.050 Fahrzeuge ab. Im Vorjahresmonat waren es noch 150.093 Stück gewesen.

Der angeschlagene Autobauer General Motors gab unterdessen bekannt, wieder die Kontrolle über seine frühere Zuliefertochter Delphi übernehmen zu wollen. GM wolle den unter Gläubigerschutz stehenden Zulieferer mit weiteren 150 Mio. Dollar (118,9 Mio. Euro) unterstützen und seine Option auf den Kauf der Lenksysteme-Sparte ausüben, hieß es in einer Erklärung. Delphi werde "zumindest in nächster Zukunft als Tochterunternehmen in vollständigem GM-Besitz operieren".

Das Geschäft erfordert den Angaben zufolge noch die Billigung des GM-Aufsichtsrats, eines Konkursgerichts und der US-Regierung, die den Opel-Mutterkonzern mit 13,4 Mrd. Dollar vor der Pleite gerettet hat. Angaben zu den Details des Geschäfts, etwa zur Schließung von Werken und Entlassungen, wollte GM noch nicht machen. Die Transaktion solle im zweiten Quartal 2009 abgeschlossen werden.

Delphi entstand 1999 durch Abspaltung von General Motors als eigenständiges Unternehmen. Im Jahr 2005 hatte es wegen einer akuten finanziellen Schieflage Gläubigerschutz anmelden müssen. Anfang Februar teilte Delphi mit, dass ihm die Zahlungsunfähigkeit drohe. (APA)

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