Hilfen für Autoindustrie Geldverschwendung

3. März 2009, 15:07
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Im Gegensatz zur Finanzwirtschaft sei die Autoindustrie für die Volkswirtschaft nicht von existenzieller Bedeutung

Paris - Staatliche Hilfen für angeschlagene Autobauer sind nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD Geldverschwendung. Regierungen sollten deshalb der Versuchung widerstehen, neben den Banken die Autobranche oder andere Sparten der Industrie zu unterstützen, warnte OECD-Chefvolkswirt Klaus Schmidt-Hebbel am Dienstag.

Auch wenn es wegen der Rezession politisch angebracht erscheine, bringe Protektionismus langfristig mehr Schaden als Nutzen. Im Gegensatz zur Finanzwirtschaft sei die Autoindustrie für die Volkswirtschaft nicht von existenzieller Bedeutung, selbst wenn in einigen Ländern insgesamt bis zu 10 Prozent der Arbeitsplätze von ihr abhingen. Die Regierungen sollten ihr knappes Geld in der Rezession deswegen lieber in Zukunftsinvestitionen wie etwa Schulen stecken.

Zu viele Autos

Wenn ein Autohersteller untergehe, füllten andere Hersteller letztendlich die Lücke, erläuterte Schmidt-Hebbel. Gehe dagegen eine große Bank pleite, litten andere Institute ebenfalls unter dem Vertrauensverlust, weil die verängstigten Menschen ihr Geld dann unter ihrer Matratze bunkern würden.

Besonders Hilfen für die Autoindustrie machten aus ökonomischer Sicht keinen Sinn, da die Branche viel zu lange viel zu viele Autos produziert habe und deshalb unabhängig von der Rezession in den nächsten Jahren schrumpfen müsse. Außerdem würden dann andere Industriezweige ebenfalls nach Hilfe schreien. "Wo soll man aufhören? Das ist vollkommen willkürlich", sagte Schmidt-Hebbel. "Die Autoindustrie produziert in einigen Ländern 10 Prozent der Wirtschaftsleistung - aber was ist mit dem nächstgrößten Industriezweig?" (APA)

 

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