Babys lernen Musik im Schlaf

2. März 2009, 14:33
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Bereits ab Geburt unterscheiden Babys die Tonhöhe - Forschungen sollen Diagnose von Hörproblemen verbessern

Budapest  - Die Fähigkeit, Tonhöhen zu unterscheiden und Rhythmen zu erkennen, ist uns angeboren und geht nicht auf Erfahrung zurück. Zu diesem Schluss kommt das von der EU finanzierte Projekt "Emergent Cognition through Active Perception" von britischen, spanischen, ungarischen und holländischen Neurologen und Musiktechnologen. Die Forschergruppe beobachtete, wie das Gehirn schlafender Neugeborener auf Musik reagiert. "Unser Gehirn sucht von Geburt an ständig nach Mustern und sagt uns, wenn es etwas Unerwartetes gibt, das wir lernen sollten", interpretiert Studienleiterin Susan Denham von der Universität Plymouth die Ergebnisse. Die auf ScienceDaily veröffentlichten Forschungen sollen zur verbesserten Diagnose von Hörproblemen im frühen Kleinkindalter beitragen.

Untersuchung von Gehirnströmen

Die Forscher untersuchten in einem Experiment die Gehirnströme von Neugeborenen. "Bisher gab es nur Untersuchungen an sechs Monate alten Babys, da Neugeborene einen Großteil der Tageszeit schlafen. Durch die EEG-Messung (Elektroenzephalographie, Anm.) war das jedoch kein Problem mehr", sagt Studienautor Istvan Winkler, Psychologe an der ungarischen Akademie der Wissenschaften. Die Forscher spielten ihren kleinen Probanden einfache Tonsequenzen von verschiedenen Musikinstrumenten vor. Töne gleicher Tonhöhe waren regelmäßig von denen mit anderer Höhe unterbrochen. Das EEG bestätigte, dass die Neugeborenen auch im Schlaf auf Grundlage des Gehörten voraussahen, welche Töne als nächstes folgen.

Kinder erkennen auch Rhytmen

Frühere Untersuchungen hatten diese Ergebnisse auch beim Rhythmus gezeigt. "Dazu spielten wir den Kleinen nicht nur einfache Schläge wie den Herzschlag der Mutter vor, sondern ganz normale Rockmusik. Die Kinder erkannten auch hier die Grundrhythmen", berichtet Winkler. Diese Fähigkeit ermöglicht es Babys, schon bei den ersten Lauten ihren Sprachrhythmus dem der Mutter oder anderer Personen anzupassen. "Misslingt das aufgrund einer Kommunikationsstörung, leiden daran meist alle Beteiligten", erklärt der ungarische Psychologe. Dieser Aspekt der Mutter-Kind-Kommunikation soll in den nächsten Untersuchungen beleuchtet werden.

Positive Effekte durch Musik

Musikhören kann für Babys vor und nach der Geburt wie auch während des gesamten späteren Lebens positive Effekte haben, bestätigt Winkler. "Je mehr man von Anfang an Musik hört, desto eher wird man Musik auch im späteren Leben lieben. Dennoch ist davon abzuraten, schon Babys durch Musik erziehen zu wollen. Dadurch werden sie kaum glückliche Kinder." (pte)

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    Die Forschungsergebnisse sollen zur verbesserten Diagnose von Hörproblemen im frühen Kleinkindalter beitragen

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