Roboter sollen Mondbasis vorbereiten

26. Februar 2009, 18:01
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In den 2020ern will die NASA eine lunare Station in Betrieb nehmen - Autonome Hightech-Helfer sollen dafür den Landeplatz für die Raketen aufbereiten

Pittsburgh - Die NASA will in den 2020ern eine Mondbasis in Betrieb nehmen, für den reibungslosen Aufbau und Betrieb gilt es allerdings noch allerhand Probleme zu lösen. Eines davon stellt das lose Material der Mondoberfläche dar. Ohne eine geeignete Gestaltung des Landeplatzes einer solchen Basis wäre die Station durch den Beschuss mit Bodenmaterial bei jedem Start und jeder Landung gefährdet.

Daher sollen sich Roboter um die Vorbereitung dieses Landeplatzes kümmern. Wie geeignete robotische Wegbereiter aussehen könnten, hat das Unternehmen Astrobotic mithilfe technischer Expertise der Carnegie Mellon University im Auftrag der NASA studiert. Für sie kommen entweder Roboter zum Aufbau einer Art Böschung oder aber zum Pflastern des Landeplatzes in Frage.

Risiko Mondmaterial

"Für einen effizienten Güterverkehr muss der Landeplatz nahe an den Mannschaftsquartieren und Laboren liegen", erklärt William Whittaker, Chairman und CTO bei Astrobotic und Robotikprofessor an der Carnegie Mellon. Starts und Landungen von Raketen würden aber körniges Material der Mondoberfläche vom Landeplatz wegschießen lassen, das praktisch wie ein Sandstrahl auf die Basis einwirken würde, so Whittaker.

Dass der lose Mondgrund für die Raumfahrt ein gewisses Risiko darstellt, ist bereits aus der Praxis bekannt. "Der Mondstaub war schon bei den Apollo-Missionen ein Problem", meint Harald Hiesinger, Professor am Institut für Planetologie der Universität Münster. Beispielsweise mussten aufgrund der Scheuerwirkung des Materials die Gelenke der damals genutzten Raumanzüge leicht verändert werden.

Zwei Ansätze

Um die geplante Mondbasis zu schützen, soll der Landeplatz daher mit Robotern geeignet präpariert werden, wobei die Astrobotic-Studie zwei Ansätze aufzeigt. Zwei Rover von je etwa 150 Kilogramm Gewicht könnten in weniger als sechs Monaten eine Böschung rund um den Landeplatz aufbauen, um den Sandstrahl-Effekt abzublocken, so der eine Ansatz. Alternativ wären kleine Roboter geeignet, um den Mondboden nach Steinen zu durchkämmen und diese zu sammeln, so Astrobotic-CEO John Kohut.

Damit könnte ein fester Landeplatz gepflastert werden, wodurch eine schützende Böschung eventuell nicht nötig wäre. "Um den besten Zugang zu finden, sind robotische Erkundungsmissionen erforderlich, die vor Ort Informationen über die Bodenbeschaffenheit sammeln", betont Kohut. Das umfasst auch die Frage, ob etwa Steine geeigneter Größe zu finden sind.

Astrobotic selbst hofft, bereits im Dezember 2010 einen eigenen Roboter auf dem Mond zu landen. Geplant ist, den Landeplatz der Apollo-11-Mission zu erforschen. Damit will sich Astrobotics den Google Lunar X Prize sichern. Für dieses mit 20 Mio. Dollar dotierte Roboter-Rennen zum Mond sind derzeit 16 Teams offiziell gemeldet. (pte/red)

  • Um eine Mondbasis über einen längeren Zeitraum betreiben zu können, muss der Raketen-Land- und Startplatz entsprechend präpariert sein. Dafür könnten Roboter, wie diese des Unternehmens Astrobotic, geeignet sein.
    foto: astrobotic/mark maxwell

    Um eine Mondbasis über einen längeren Zeitraum betreiben zu können, muss der Raketen-Land- und Startplatz entsprechend präpariert sein. Dafür könnten Roboter, wie diese des Unternehmens Astrobotic, geeignet sein.

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