Beipacktexte ohne Blindenschrift

26. Februar 2009, 15:02
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Für blinde und sehbehinderte Menschen sind Medikamenten-Beipacktexte nicht zugänglich

Wien - "Seit vier Jahren sollten die Packungsbeilagen von Arzneimitteln auch für 318.000 blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen in Österreich zugänglich sein", stellt Gerhard Höllerer, Präsident des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (ÖBSV) in einer Aussendung fest. Geschehen ist seither wenig.

Pilotprojekt in Tirol

Einzig in Tirol entstand ein Pilotprojekt: Sehbeeinträchtige Menschen erhalten von einem ausgebildeten Apotheker telefonisch unter einer Serviceline Informationen aus den Beipacktexten der Medikamente. "Dieses Provisorium muss endlich auf ganz Österreich ausgedehnt und damit die geltende EU-Richtlinie umgesetzt werden", fordert Höllerer.

Artikel 56a der EU-Richtlinie zur Schaffung eines Gemeinschaftskodices für Humanarzneimittel sieht vor, dass nicht nur der Name des Arzneimittels in ertastbarer Braille-Schrift auf der Verpackung angebracht werden muss. Auch die Packungsbeilage muss auf Ersuchen von Patientenorganisationen in Formaten verfügbar sein, die für blinde und sehbehinderte Personen geeignet ist. Diese Richtlinie gilt bereits seit Ende Mai 2005. (red, derStandard.at)

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