EVN: Mehr Umsatz, weniger Gewinn

26. Februar 2009, 08:41
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Mit einem Minus von fast 30 Prozent beim Konzernergebnis bekommt auch der heimische Stromkonzern die Finanzkrise zu spüren

Wien- Die börsenotierte EVN AG hat im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2008/09 (per 30.9.) mehr Umsatz und etwas weniger operativen Gewinn gemacht, das Nettoergebnis fiel aber um etwa 29 Prozent. Die Umsatzerlöse stiegen um 10,2 Prozent bzw. 68,3 Mio. Euro auf 736,0 Mio. Euro. Massive Preiserhöhungen für Fremdstrom und Primärenergie sowie der Anstieg der Aufwendungen haben aber zu einem operativen Ergebnis (Ebit) geführt, das mit 87,9 Mio. Euro um 4,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegt, teilte der Konzern Donnerstag früh ad hoc mit.

Das Konzernergebnis ging noch stärker, um 29,3 Prozent bzw. 22,8 Mio. Euro auf 54,8 Mio. Euro zurück. Das Finanzergebnis hat sich wegen eines niedrigeren Beteiligungsergebnisses sowie negativer Bewertungen im Zuge der Finanzmarktkrise von 11,0 Mio. Euro Vorjahr auf minus 13,9 Mio. Euro gedreht.

Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise wird auch die EVN treffen, warnt das Management: "Neben möglichen Absatzrückgängen im Bereich Energie sind auch die im Primärenergiebereich tätigen Beteiligungsunternehmen der EVN vom Preisverfall auf den Rohstoffmärkten stark betroffen und werden voraussichtlich deutlich niedrigere Ergebnisbeiträge erwirtschaften." Im Finanzvermögen werde ebenfalls mit einer negativen Wertentwicklung zu rechnen sein. Die operative Geschäftsentwicklung werde aber kontinuierlich fortgesetzt.

Rückgang des Eigenkapitals

Der gesunkene Gewinn im ersten Quartal und der Kursverfall des Verbund, an dem die EVN einen substanziellen Anteil hält, hat zu einem um mehr als zehn Prozent verringerten Eigenkapital der EVN geführt, teilte das Unternehmen mit. Die Eigenkapitalquote beträgt zum Quartalsende 45,3 Prozent, bei einer Nettoverschuldung von 1,3 Mrd. Euro errechnet sich zu diesem Stichtag ein Verschuldungsgrad (Gearing) von 45,6 Prozent.

Die EVN hält mehr als 10 Prozent am Verbund. Der Verbund hat zuletzt auf 25 Euro verloren, gegenüber fast 60 Euro im Sommer des vergangenen Jahres. Die Neubewertung des Verbund floss nicht in die Gewinnrechnung ein. Die aktuelle Bilanzsumme der EVN verringerte sich gegenüber Ende September um vier Prozent. (APA)

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