Verschwundene Bären

25. Februar 2009, 18:42
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Bären töten - An­scheinend der ultimative Männertraum ... wären sie nicht hierzulande auf zwei reduziert worden

Unlängst war wieder einmal der Film mit Anthony Hopkins im TV, wo er in der kanadischen Wildnis mit dem Flugzeug abstürzt und dort nicht nur seine Eheprobleme löst, sondern auch einen riesigen Kodiakbären mit einem zugespitzten Ast tötet. Bären zu töten ist anscheinend der ultimative Männertraum, sonst - und hier schwenken wir von Hollywood in die Realität der österreichischen Kalkalpen - wären nicht die Bären hierzulande von 35 auf zwei (2) reduziert worden.

Das hat nämlich jetzt das Bundeskriminalamt (!) herausgefunden. Ein forensischer Sachbeweis liegt zwar nur in einem Fall vor - in Gestalt eines ausgestopften Braunbären, den die Witwe eines Jägers herausrückte. Aber das BKA geht davon aus, dass einige Bären illegal abgeschossen wurden. Christoph Walder vom WWF will nun „für mehr Akzeptanz in den Bärengebieten sorgen". Aber der kühne, freie Jäger will den Bären nicht "akzeptieren". Er will ihn schießen. Ein Bär, der einfach nur so da ist, passt nicht in sein Weltbild .

Irgendwelche Rehe oder Fasane, das ist nichts. Bären abzuknallen, und sei es noch so illegal, ist offenbar ein unwiderstehlicher Höhepunkt im Jägerleben. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe 26.2.2009)

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