"Gemacht, was nötig ist"

26. Februar 2009, 11:42
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Wolfgang Loitzl verzichtete erstmals in dieser Saison auf ein Training - dem guten Gefühl des Weltmeisters auf die Konkurrenz von der Großschanze tut das keinen Abbruch

Jablonec - Wolfgang Loitzl hat sich am Mittwoch, erstmals in dieser Saison, eine Trainingspause verordnet. Da es dem 29-jährigen Steirer am Vortag am großen Bakken gut ging, zog er es vor, Kräfte für die restlichen zwei Großschanzenbewerbe am Freitag (Einzel) und Samstag (Team) zu sparen.

Noch zwei Tage bis zur nächsten großen WM-Entscheidung, nun auf der Großschanze. Mit welchem Gefühl gehen Sie als Weltmeister in diesen zweiten Bewerb?

Loitzl: "Mit einem sehr guten Gefühl. Das gestrige Training war vielversprechend für mich, ich habe mich sehr gut auf die Schanze eingestellt. Ich bin mir sehr sicher, dass ich gemacht habe, was nötig ist, damit es wieder ein guter Wettkampf wird. Vielleicht ist es positiv, dass ich schon die Medaille im Gepäck habe. Im Hinterkopf ist das ganz wichtig, um locker zu springen, aber trotzdem auf Angriff. Ich bin ja da, um Medaillen zu gewinnen."

Sie haben sich entschieden, erstmals in dieser Saison auf ein Training zu verzichten. Ist das schon ein Weltmeister-Bonus?

Loitzl: "Ich hätte mir das ab und zu schon auch in diesem Winter erlauben dürfen, aber hab das bewusst nicht gemacht, weil ich im Rhythmus bleiben wollte und so viel Spaß gehabt habe am Springen, dass ich jeden Sprung machen wollte. Jetzt ist es halt so, dass ich das große Ziel erreicht habe und jetzt will ich mich so gut wie möglich vorbereiten. Ich habe gemerkt, ich bin im Wettkampf immer noch eine Spur stärker gewesen als im Training und deswegen will ich die Energie und die Kraft sparen."

Sie haben im eigenen Team zumindest zwei Konkurrenten im Kampf um Gold...

Loitzl: "Es ist natürlich ein großer Vorteil, wenn man so eine starke und dichte Mannschaft hat. Wenn die vier, die auf der großen Schanze springen, alle Medaillenkandidaten sind. Das ist gut zu wissen. Es wird nie ein Wettkampf stattfinden, wo alle vier mit super Sprüngen und fairen, guten Verhältnissen runterkommen. Aber es ist auch ein kleiner Nachteil, weil man sich vielleicht auch gegen die eigenen Kollegen behaupten will, was ja dann auch etwas Negatives haben kann im Wettkampf. Aber mich hat das eigentlich nie beeinflusst."

Kommt der Teambewerb da gelegen, weil man dann wieder gemeinsam an einem Ziel arbeiten kann?

Loitzl: "Ich denke, dass es ganz gut ist, weil man kann nicht sagen, wie das Einzel ausgeht und ob dann Reibereien sind oder der Neid da ist, weil der eine erfolgreicher war als der andere. Es ist eine Einzelsportart. So ist nicht viel Zeit, um sich großartig zu ärgern. Am nächsten Tag muss man gemeinsam für die Medaillen kämpfen."

Denken Sie an die Möglichkeit, Liberec als Dreifach-Champion zu verlassen?

Loitzl (lacht): "Ich habe darüber nie nachgedacht, vor der WM war eine Einzelmedaille ein Ziel. Jetzt habe ich die Möglichkeit wirklich sehr erfolgreich aus der WM auszusteigen. Ich gehe davon aus, dass wir in der Mannschaft klare Goldfavoriten sind, das müssen wir aber erst bestätigen. Wenn es auf der großen auch noch sehr gut funktioniert, wäre etwas möglich, das ich mir so eigentlich nie erwartet, nicht einmal erhofft hätte. Es ist alles möglich, daher gehe ich mit dem Motto in den Wettkampf: Medaille ist das anvisierte Ziel, aber es kann noch mehr werden."

Wichtigste Trainingsergebnisse vom Mittwoch: Gregor Schlierenzauer (AUT) 123,5 m/16. - 135,0/1. - x Thomas Morgenstern (AUT) 118,5/36. - 117,5/38. - 131,5/2. Martin Koch (AUT) 128,5/4. - 130/6. - x Markus Eggenhofer (AUT) 119,5/32. - 128,5/9. - 121,5/14. Dmitrij Wassiljew (RUS) 132/1. - 130,4/5. - 131,5/2. Anders Jacobsen (NOR) 121,5/27. - 124/20. - 128,5/4. Martin Schmitt (GER) 127/6. - 116,5/43. - 124,5/10. Simon Ammann (SUI) 118/39. - 133,5/2. - 132/1. (gestürzt)

Nach dem Abschlusstraining nominierte Cheftrainer Alexander Pointner mit Gregor Schlierenzauer, Loitzl, Thomas Morgenstern und Martin Koch das erwartete Team.

 

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