Merrill Lynch mit 15,8 Milliarden Verlust

25. Februar 2009, 12:47
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Merrill Lynch bringt in die Partnerschaft mit der US-Großbank Bank of America einen höheren Verlust mit als erwartet

New York - Die ehemalige Investmentbank Merrill Lynch verabschiedet sich mit einem Milliardenverlust von ihrer Unabhängigkeit. Das Institut bringt in die Firmenehe mit der US-Großbank Bank of America ein Minus von 15,8 Mrd. Dollar (12,4 Mrd. Euro) im Schlussquartal mit - noch einmal gut 500 Mio. Dollar mehr als von dem neuen Partner Mitte Jänner geschätzt. Zudem räumte das Institut am Dienstag in seinem Jahresabschluss für die US-Börsenaufsicht Schwächen bei der Risikokontrolle ein.

Merrill rettete sich am Tag der Lehman-Pleite am 15. September in die Arme der Bank of America. Formell verschmolzen die Institute zu Jahresbeginn zum größten US-Bankhaus nach angelegtem Vermögen. Merrill setzte im Gesamtjahr vor allem mit gigantischen Abschreibungen und Fehlspekulationen 27,6 Mrd. Dollar in den Sand. Als sich Ende 2008 das Ausmaß der Verluste bei Merrill abzeichnete, drohte die Bank of America damit, die vereinbarte Fusion abzublasen. Dann drängten jedoch die US-Behörden zu einem Abschluss und versprachen Hilfen und Garantien.

Seit Oktober hat die Bank of America Staatshilfen von insgesamt 45 Mrd. Dollar erhalten, um damit die Löcher bei Merrill zu stopfen. Der Bank droht jetzt eine Flut von Aktionärsklagen, denn seit dem Fusionsabschluss hat das Papier fast 90 Prozent an Wert verloren. US-Staatsanwälte prüfen derzeit, wie Merrill ungeachtet der Rekordverluste noch kurz vor dem Abschluss der Fusion Boni von 3,6 Mrd. Dollar an seine Manager ausschütten konnte. Der ehemalige Merrill-Chef John Thain wurde bereits Mitte Jänner von der Bank of America gefeuert. Zuvor war bekanntgeworden, dass Thain sein Büro für 1,2 Mio. Dollar neu ausstatten ließ. (APA/Reuters)

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