Superman kehrt zurück

24. Februar 2009, 18:04
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Comeback von Tiger Woods nach 253 Tagen sorgt für Euphorie in der Golfszene

Tucson/Arizona - Am Mittwoch geht der Vorhang auf zum größten Golfspektakel des Jahres 2009. "Superman" Tiger Woods ist nach achtmonatiger Abwesenheit wieder wettkampfbereit und gab sich vor dem Start der WGC-Accenture Matchplay-Championship in Tucson/Arizona selbstbewusst wie eh und je. "Nichts hat sich geändert. Ich gehe ins Turnier und will gewinnen. Ich bin absolut fit."

253 Tage hatte der 33 Jahre alte Branchenführer, der seit seinem Wechsel Ende 1996 in die Profiszene als goldene Eier legende Gans gegolten hatte, seit seinem US-Open-Triumph unter größten Schmerzen im Juni 2008 in San Diego gefehlt. In dieser Zeit hatte auch der von Sponsoren aus der Auto- und Finanzindustrie getragenen Golfsport wegen der Weltfinanzkrise deutliche Dämpfer hinnehmen müssen.

Die Zuschauer-Zahlen auf der US-PGA-Tour waren um 15 Prozent gesunken, die TV-Zahlen sogar um 50 Prozent eingebrochen. General Motors hatte 2008 selbst den laufenden und auf acht Mio. Dollar jährlich dotierten Vertrag mit dem auf rund 80 Mio. Werbe-Dollar pro Jahr geschätzten Profi vorzeitig gekündigt und ein negatives Signal im Golfsponsoring gesetzt.

Die Rückkehr des 14-fachen Major-Siegers und bekanntesten Sportlers der Welt ist nun ein Signal, das von der Szene begeistert aufgenommen wurde. Sogar von der unmittelbaren Konkurrenz. "Ich garantiere, dass der Tiger das Turnier gewinnt. Glauben sie etwa nicht, dass er 180-prozentig fit an den Start geht", sagte etwa US-Landsmann Rocco Mediate, der gegen Woods im Stechen um den US-Open-Sieg erst nach 91 Löchern unterlag.

"Wir brauchen ihn. Er ist der Mann. Er ist der König", ergänzte Mediate und sprach für die gesamte Branche, die unter der Abstinenz des Dominators und ihres größten Werbeträgers gelitten hatte. "Er hat dem Sport eine riesige Aufmerksamkeit verschafft und geholfen, dass die Preisgelder stark gestiegen sind. Wir verdanken ihm eine Menge", sagte auch Kollege Steve Stricker.

Woods, der sich vergangenes Jahr zum vierten Mal am Knie nach einem Kreuzbandriss sowie Stressfrakturen operieren lassen musste und vor kurzem zum zweiten Mal Vater geworden ist, reagierte aber zurückhaltend. "Ich glaube nicht, dass ich allein das Problem lösen kann. Das einzige, was ich wirklich kontrollieren kann, ist mein Spiel. Wir als Kollektiv müssen einen besseren Job machen", sagte er.

Am Montag warteten Heerscharen von Reportern und TV-Kameras vergeblich auf dem Par 72-Kurs im Ritz-Carlton GC, um das erste öffentliche Training der Golfikone nicht zu verpassen. Aber der Tiger hatte sie auf die falsche Spur gelockt und ließ sich nicht blicken.

Trotz der achtmonatigen Pause hat Woods Platz eins in der Weltrangliste behalten. Der Vorsprung zu Beginn seiner Rekonvaleszenz war groß genug, die Konkurrenz auf Distanz zu halten. "Tiger hätte schon vor Wochen spielen können. Er wird die Herausforderung schon stemmen", meinte Kollege Stuart Appleby.

Erster Gegner von Woods in diesem von 64 Mann bestrittenen Matchplay-Format "Mann gegen Mann" ist der Australier Brendan Jones. "Ich hatte Gänsehaut als ich hörte, dass ich gegen ihn spiele", gestand Jones. "Wenn ich gegen jemand verlieren muss, dann am ehesten noch gegen Tiger. Aber ich bin hier, um ihn zu schlagen. Im Golf sind schon die verrücktesten Dinge passiert", hat sich der Australier vor dem Match gegen den dreifachen Sieger dieser Veranstaltung noch nicht aufgegeben. (APA/Reuters/dpa)

 

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    Rocco Mediate über Tiger Woods: "Er ist der König"

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