Superhit an der Stamford Bridge

25. Februar 2009, 18:01
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Chelsea empfängt Juventus - Liverpool gastiert bei Real in Madrid - Ivanschitz und Manninger im Bankerl-Einsatz

Der zweite Teil der Jahres-Ouvertüre in der Fußball-Champions League hat am Mittwoch einiges zu bieten. Der Schlager des Abends steigt an der Stamford Bridge in London zwischen Chelsea FC und Juventus Turin (live 20.30 Uhr ORF 1 und Premiere Sport). ÖFB-Teamkeeper Alexander Manninger im Dress von Juve wird ebenso auf der Ersatzbank Platz nehmen, wie ÖFB-Teamkapitän Andreas Ivanschitz bei Panathinaikos Athen (gegen Villarreal CF). Für Juve-Coach Claudio Ranieri gibt es ein Wiedersehen mit seinem früheren Arbeitgeber, gegen den er stichelte: "Er wechselt die Trainer öfter als Italien seine Regierung." Der CL-Vorjahresfinalist, der jetzt von Guus Hiddink befehligt wird, hat vor eigenem Publikum seit 15 "Eliteliga"-Partien oder Dezember 2006 nicht mehr verloren, die jüngsten sechs sogar alle gewonnen.

Hiddink avancierte zum dritten "Blues"-Trainer seit 1992, der sein Debüt-Spiel gewann. Chelsea gab in Birmingham eine starke Vorstellung, fügte Aston Villa mit dem 1:0 durch Anelka die erste Liga-Niederlage nach 13 Spielen zu. Der Scolari-Nachfolger könnte auch gegen Juve sowohl Anelka als auch Drogba stürmen lassen. "Wenn man solche Stürmer hat, setzte ich sie auch ein", sagte Hiddink, unter dessen Vorgänger Drogba nicht immer erste Wahl war.

Obwohl Juventus noch ohne Niederlage in der laufenden "Königsklasse" ist, hat die "alte Dame" ein England-Trauma. Die Italiener haben ihre jüngsten fünf Auftritte auf der Insel allesamt verloren. "Chelsea ist ein großes Team, hat das Vorjahresfinale erst im Elferschießen verloren. Wir müssen mit großer Entschlossenheit und Zielstrebigkeit auftreten", sagte Claudio Ranieri.

Wiedersehen: Real trifft Liverpool

Im zweiten Hit des Mittwochs hat Real Madrid Liverpool FC zu Gast, wobei es zum ersten Duell seit dem Meistercup-Endspiel am 27. Mai 1981 in Paris kommt. Damals siegten die Reds 1:0. Die Engländer, die um den Einsatz ihres blessierten Kapitäns Steven Gerrard bangen, werden sich im Bernabeu vorsehen müssen. Das "Weiße Ballett" ist toll in Schwung, hat zuletzt neun Liga-Siege in Serie gefeiert und dabei 22 Tore erzielt.

"Wir schlagen Liverpool 3:0 und überraschen die Reds im Rückspiel mit Kontern und siegen 2:1", tönte Real-Chef Vicente Boluda. "Wir sind körperlich, mental voll da und in perfekter Form für die K.o.-Phase", sagte Trainer Juande Ramos diplomatischer und will ein kleines Tief in den Reihen des Gegners ausgemacht haben. Kapitän Raul, dem mit 64 Toren in der ewigen Europacup-Rekordliste nur noch zwei Treffer auf Gerd Müller fehlen, ist ebenfalls optimistisch: "Wir können den nationalen Titel und die Champions League holen!"

Real kam in der "Königsklasse" seit 2005 nicht über das Achtelfinale hinaus. Geht es nach Rafael Benitez, der mit den "Reds" im laufenden Bewerb unbesiegt ist, wird dies auch so bleiben. "Unser Vorteil ist, dass wir das Rückspiel an der Anfield Road haben", sagte der Spanier, dessen Truppe in neun Auswärtsspielen stets zumindest ein Tor erzielt haben und der als gebürtiger Madrilene das "Weiße Ballett" in- und auswendig kennt.

Die Krise, von der viele nach zwei Niederlagen en suite sprechen, nimmt Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann vor dem Hinspiel in Lissabon gegen Sporting als positives Doping. "Kritik entfacht in mir noch mehr Ehrgeiz", sagte der der deutsche Ex-Teamstürmer, der um den Einsatz von Luca Toni noch bangt und der vor dem 125. CL-Spiel der Münchner Rückendeckung erhielt. "Wir führen keine Diskussion um den Trainer, er hat unsere Unterstützung und unser Vertrauen", erklärte Vorstandschef Karl-Heinz-Rummenigge. (APA)

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    Andreas Ivanschitz wird am Mittwoch von der Bank aus in das CL-Spiel gegen Villarreal starten.

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